Donnerstag, Januar 05, 2017

Historische Gebäude - Alte Häuser erzählen Geschichten

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Kreis Steinburg im Januar 2017

Wandbemalung aus dem 18 Jahrhundert


Kennen sie sich mit den alten historischen Gebäuden im Kreis Steinburg aus?
Wenn ja, dann wissen sie vielleicht, wo ich den neugierigen lebensgroßen Mohr fotografiert habe.
Das Wasmer-Palais in der Königsstraße in Glückstadt hat in all seinen Jahren viel erlebt.
Wenn dieses Gebäude sprechen könnte, was würde es uns erzählen?
Von seinem Bauherren, der Familie Wasmer, die sich mit dem Bau des Palais finanziell übernommen hatten oder aus der Zeit als es Regierungskanzlei war?
1806 beherbergte das Gebäude die oberste Verwaltungs- und Justizbehörde des Landes.
Später wurde es als Kaserne genutzt und danach wurde es zur Knabenschule umfunktioniert.
 Das Palais diente im 2. Weltkrieg als Marinelazarett.
Ein paar ältere Herren aus Glückstadt, die ich zufällig am Hafen traf, erzählten, dass damals auch eine Apotheke im Haus war. Sie konnten mir detaillierte Beschreibungen der Einrichtung der Apotheke liefern.

Wenn das alte Gebäude reden könnte, müsste es auch von seinen Krankheiten erzählen:
Es wurde sanierungsbedürftig. Schwamm breitete sich aus, die Fassade bröckelte.
2008 wurde es kostenaufwendig  mit Fördermitteln restauriert und gilt seitdem als Kulturdenkmal .
 Inzwischen ist die Volkshochschule dort eingezogen. In den Räumen wird zum Beispiel musiziert und die Klänge tönen durch das Treppenhaus.
Das Treppenhaus fasziniert mich extrem. Sind es die Farben, das alte Holz, der Geruch?
Wenn ich das Treppenhaus betrete, ist es für mich, als wenn ich plötzlich in einer anderen Zeit angekommen bin.
Ein Brautpaar habe ich hier vor einiger Zeit fotografiert und ich bat die Braut, ohne einem Schuh die Treppe in ihrem langen Kleid für das Foto herunterzulaufen. Es war eine ganz spontane Idee, denn die Kulisse stimmte für das alte Märchenmotiv.

Der Mohr beschäftigte mich und ich wollte wissen, warum er hier im Treppenhaus an der Wand ist.
Da ich keine Information über ihn im Netz fand, rief ich bei der Stadtverwaltung an und erkundigte mich nach der alten Wandbemalung.
Mir wurde Frau Reimann-Möller (vom Detlefsen - Museumsverein) empfohlen und mit dieser Information war mir geholfen. Frau Reimann Möller schrieb:
"Begüterte Leute in einem früheren Jahrhundert hielten sich Mohren als Butler, und wer sich keinen leisten konnte, der malte sich einen. 
Als ich neu in Glückstadt war, um 1955, hat mein Lehrerkollege Klaus Meinert, der auch Leiter der Glückstädter Speeldeel war, den Mohren aus Eigeninteresse restauriert."


Laut Facebookseite "Glückstadt in Ansichten", gab es den Mohren schon im 18 Jahrhundert als Wandbemalung im Wasmer Palais.

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Alte Scheune von 1710 auf dem Gut Mehlbek

Die historische Fachwerkscheune soll zu den ältesten und schönsten Schleswig-Holsteins gehören.
Sie wurde im Gemeindewappen von Mehlbek aufgenommen.

Die Fachwerkscheune mit reetgedecktem Krüppelwalmdach, dass typisch für die Region der Geest war und ein tief herabragendes Dach bietet.
Die außergewöhnliche enorme Größe der Scheune, spricht dafür, dass jede Menge Heu, Stroh und Korn gelagert werden musste.
Das adlige Gut, das sich bis 1873 aus den Dörfern Mehlbek, Kaaks, Huje und Teilen von Hohenaspe zusammensetzte, war ein Geschenk vom Dänenkönig Christian III an Johann Rantzau (1538)
Im Wirtschaftgebäude des Gutes wurde z.B. ungedroschenes Getreide eingelagert, dass im Winter gedroschen wurde.
Die gut erhaltene Scheune ist einzigartig in unserer Region. 
Sie zeigt kaum Umbauten, die in die ursprüngliche Substanz eingegriffen hätten.
 Ein 305 jähriges Gebäude weist eine Handwerkskunst auf, die es in der heutigen Zeit kaum noch zu finden gibt. Wo wird heute noch für die Ewigkeit gebaut?

In diesem Gebäude war und ist eine gut durchlüftete Speicherung möglich.

Die Scheune besitzt 2 Einfahrten, aber nur eine Ausfahrt

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Oelixdorf den 13.9.2015

Tag des offenen Denkmals

Seit 1993 findet der Tag des offenen Denkmals immer am 2. Sonntag im September statt.
Im Kreis Steinburg gab es unter dem Thema " Handwerk, Technik und Industrie" in diesem Jahr 17 Ausstellungsorte.
Ein historischer Bau stand zum Beispiel in Oelixdorf unter fachkundiger Führung zur Besichtigung.
Zahlreiche interessierte Besucher fanden sich in dem alten Bauernhaus ein und erhielten Informationen zu den laufenden Sanierungsarbeiten. Es war ein ständiges Kommen und Gehen an diesem Tag.
Der Förderverein bot nicht nur Auskünfte über ihr Projekt: Mit Kaffee und Kuchen luden sie die Gäste zum Bleiben ein.

Die Alte Kate in der Oberstraße ist ein kleiner Haubarg (Barghus), also die Dielentür liegt seitlich im alten Reetdachhaus von 1671, das ursprünglich eine Scheune war.
1860 wurde die Scheune mit einem Altenteil erweitert, wie uns der 2. Vorsitzende des Fördervereins Alte Kate Oelixdorf e.V. Hans-Georg Ihme berichtete.
Die alte Kate wurde zwar immer wieder nach Bedarf in all den Jahren umgebaut, aber das 344 Jahre alte Mauerwerk mit den Balken und Boden ist teilweise erhalten und weisen eine alte Handwerkskunst auf, die ein Kulturgut darstellt.
Dieses Kulturgut musste vorerst entdeckt werden.
 Im Jahre 2005 kaufte das Haus der gegründete Förderverein der Gemeinde für einen Euro ab.
2007 wurde die Kate unter Denkmalschutz gestellt.

Nicht alle Oelixdorfer waren zu Beginn vom Vorhaben des Vereins begeistert.
 Der Kate fehlten damals noch 2-3 große Stürme und sie wäre in sich zusammengefallen.
Das Gebäude mit dem kaputten Reetdach war ein einziger Jammerhaufen, wie auch auf den alten Aufnahmen zu sehen ist.
"Riet den Shit af ! " meinten zahlreiche Bürger im Ort.
Was der Verein hier bislang an Sanierungsarbeiten geleistet hat, ist enorm.

Es gab reichlich zu tun für den Förderverein mit seinen 120 Mitgliedern.
Die Veränderungen im und am Haus wurden all die Jahre dokumentiet

 Das Ergebnis kann sich inzwischen schon zeigen lassen.
 Seitdem das Dach neu gezimmert und mit Reet eingedeckt wurde, sind die Kritiker leiser geworden.
 Die alte Gaststätte (ebenafalls Reet gedeckt) mit dem intackten Backhaus in direkter Nachbarschaft der Kate bilden nun ein sehenswertes Gesamtkonzept, auf das die Gemeinde Oelixdorf recht stolz sein kann.
Eine Besonderheit der Kate ist das große Dielentor in der Einfahrt und das kleinere Tor auf der anderen Hausseite, denn die abgeladenen Fuder Heu/Stroh benötigten keine große Ausfahrt.
 Es gibt noch viel zu tun - auch in der alten Kate. Hier präsentiert Hans-Georg Ihme die Küche des Hauses mit der Feuerstelle. Der Verein will in diesem Haustrackt wieder eine Wohnung einbauen.

Die im Bauernhaus fest in die Wand eingebaute Schlafstätte - Alkove genannt, ist trotz aller Umbauten erhalten geblieben.
"In dieser Alkove schliefen links die Eltern und rechts alle Kinder der Familie", so Ihme.
Aus dieser Zeit stammt das Wort "Bohnen in den Ohren", aber die Geschichte lassen sie sich bitte von Herrn Ihme selbst erzählen.


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den 26.7.2015

Klosterführung in Wienhausen (Nähe Celle)

Auszug aus meinem Bericht über einen Ausflug nach Niedersachsen:

Im Kloster selbst durfte ich nicht fotografieren und so muss ich allein aus meiner Erinnerung von der Führung berichten.
Die stündlichen Führungen werden von den Bewohnern - also von den  Konventualinnen durchgeführt.
Kloster Wienhausen mit Storchenhorst - direkt darunter soll sich ein Falkennest befinden.

Klosterhof Wienhausen

Die evangelischen Stiftsdamen haben sich für das Leben im Kloster nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung - finanziell unabhängig und unter 65 Jahren (auch verwitwet oder geschieden) entschieden.
Dabei muss man sich nun nicht vorstellen, dass die 11 Frauen wie die Nonnen in alter Zeit im Konvent leben. Sie bewohnen alle eine abgeschlossene 3 Zimmerwohnung und leben aber gleichzeitig in einer christlichen Gemeinschaft.
Die Klosterordung verlangt, dass sie einmal in der Woche einen Gottesdienst besuchen und dass sie Führungen für die Öffentlichkeit durchführen.
 Aufgaben im  Haus mit den zahlreichen Kunstschätzen gibt es viele und soziale Aufgaben in der Gemeinde werden nach Neigung übernommen.
Urlaub können die Damen im Kloster Wienhausen auch nehmen, nur nicht gerade in der Sommerzeit, denn dann sind außerordentlich viele Touristen an Führungen durch das Kloster interessiert.
Im Gegenzug kümmert sich die Klosterkammer bis ins hohe Alter auch bei Krankheit um die Konventualinnen.
Bei der letzten Führung an diesem Tag bin ich die Einzige und finde den Aufwand für mich allein zu hoch und möchte wieder gehen.
Die Konventualin besteht darauf, dass ich bleibe und so bekomme ich eine ganz persönliche Führung, die mir eigentlich nicht so recht ist, da es so manche Dinge gibt, die mich nicht so sehr interessieren (wie zum Beispiel Gemälde mit Szenen aus der Bibel ) und so muss ich die ganze Zeit präsent sein.

Dabei sind die gotischen Malereien im Nonnenchor (bitte dem Link einmal folgen, damit sie wissen wovon ich schreibe), die Szenen aus der Schöpfergeschichte sowie aus dem Leben Jesu zeigen etwas ganz besonderes.
Bei Restaurationsarbeiten am Fußboden wurden in diesem gotischen Sakralraum  unter den alten dicken Eichenbohlen die ältesten erhaltenen Brillen 1953 entdeckt. Die Nietbrillen stammten aus dem 14. Jahrhundert.
Für die Nonnen müssen die Gottesdienste hier im Winter ein Qual gewesen sein, da das Kloster in diesem Teil nicht geheizt wurde/ geheizt werden konnte.
Die offenen Wand zur St. Marien- Kirche wurde wegen der Kälte geschlossen.
Allein die Führungen im Winter sollen nur mit äußerst dicker Kleidung möglichen sein.

 Mich  faszinieren die Kreuzgänge, die Farben, das alte Mauerwerk, der Klinker, die Gerüche, die rot blühenden Geranien in den alten Fenstern, das verarbeitete, schon so viele Hundert Jahre alte Holz - sei es in Dielen, Türen, Bänken, als Balken und als wir den "Kistengang" betreten bekomme ich Gänsehaut.
Eine Zeichnung von den Räumen mit den Zellen der Nonnen finde ich im Netz  HIER.

Die 61 Truhen aus dem Mittelalter sind nicht mit wenigen Worten beschreibbar.
 Es sind ganz unterschiedliche Truhen, von denen jede für sich ein Kunstwerk ist.

 Es sind Truhen der adeligen Frauen, die im 14. Jahrhundert bis zum 16. Jahrhundert in den Orden eintraten.
In den " Kisten" war die Mitgift der Frauen, denn Geld, Güter und Werte mussten die jungen adeligen Frauen / Mädchen mitbringen, um in das Kloster eintreten zu können.
Die Konventualin erklärt, dass aus diesen Truhen der Begriff " auf den Hund gekommen " stammt.
Der auf dem Boden der Truhe aufgemalte  Hund – Symbol für einen Wächter – signalisierte, wenn wenig Geld oder Waren in der Truhe waren, dass man den Hund sehen konnte, dann war er/sie „auf den Hund gekommen“.
Weiter wird berichtet, dass das Kloster alle Kriege gut überstanden hat. Erst durch die Reformation verlor das Kloster einen Gebäudeteil und klösterlichen Besitz.
Zur Reformationszeit weigerten sich die Nonnen, den protestantischen Glauben anzunehmen und Herzog Ernst der Bekenner wurde das zu bunt.
 Er ließ nach langen Streitigkeiten einen Gebäudekomplex 1531 abreißen und nahm damit dem Frauenkloster die Möglichkeit Nahrung für die zahlreichen Bewohner des Klosters zu lagern.
Außerdem wurde Besitz eingezogen und da gaben die Klosterfrauen auf.
Heimlich wurde noch 100 Jahre später die Aufnahme ins Kloster als Sakrament vollzogen.
Die St. Marien-Kirche am Kloster von 1051. Erst später wurde das Kloster unter Veranlassung vonAgnes von Landsberg  (Schwiegertochter von Heinrich dem Löwen) gegründet.


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Kleve den 11.7. 2015

Gut Krummendiek in Kleve (Kreis Steinburg)


 Das Gutshaus wurde 1812 bis 1814 neu erbaut und hat auch vor dieser Bauzeit eine historische Vergangenheit, wie aus der Beschilderung vor dem Gutshaus zu erfahren ist. 

1899 gelangte das Gut von der Familie Meurer an die Familie Holst, in deren Besitz es sich noch heute in vierter Generation befindet. Die Familie bewirtschaftet das Gut als landwirtschaftlichen Betrieb.


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Wilster den 19.6.2015

Das Doos'sche Haus erhält aus dem Denkmalschutz-Förderprogramm des Bundes Unterstützung zur Sanierung

Nicht mit leeren Händen betritt der Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Steinburg / Dithmarschen Süd - Mark Helfrich das Neue Rathaus (Baujahr 1780) in Wilster.
Das Gebäude übertrug Charlotte Doos 1829 nach ihrem Tod der Stadt Wilster.

Ein Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes stellt 40.000€ für die Bewahrung eines regionalen Kulturdenkmals bereit.
Aus diesem Sonderprogramm werden in Deutschland dringende Substanzsicherungs- und Restaurierungsarbeiten an wertvollen kleineren Denkmale in Städten und Gemeinden gefördert, die einen wesentlichen Teil des kulturellen Erbes in Deutschland bilden.

 „In diesem Jahr hat der Deutsche Bundestag 20,84 Mio. € für das Denkmalschutz-Sonderprogramm bereitgestellt. Von den deutschlandweit insgesamt 124 geförderten Projekten sind 6 aus Schleswig-Holstein“, so der CDU-Bundestagsabgeordnete für Steinburg, Dithmarschen Süd und Bad Bramstedt.
 Bürgermeister Walter Schulz aus Wilster (rechts)  freut sich über den Förderbescheid

Mark Helfrich  verschafft sich einen Überblick über die bereits enorm gelaufenen Restaurierungsarbeiten der letzten Monate. 
 Nicht wieder zu erkennen, was der Lübecker Master Restaurator Jarek Kulicki  aus Lübeck im Gartenzimmer vom ehemaligen Herrschaftshaus Doos unter Tapeten und Farbanstirchen für alte Wandzeichnungen zum Vorschein gebracht hat. Auch die Stuckrestaurationen wurden vom Restaurator durchgeführt.


Vom Gartenzimmer der Blick in den Park mit den Statuen aus dem abgetragenen Drager Schloss
In der Presseerklärung heißt es:
Das Neue Rathaus wurde bereits in Jahr 1966 in das Denkmalbuch des Landes Schleswig-Holstein eingetragen. Anders als der Name es vermuten lässt, wurde es bereits 1785 für den Kanzleirat Johann Hinrich Doos als Wohnhaus für sich und seine Familie errichtet. Fast die gesamte Ausstattung mit Möbeln, Gemälden, Leuchtern und Statuen für den Gartenbereich entstammt dem 1785 zerstörten Schloss Friedrichsruh. Es gilt als „Juwel vornehmer bürgerlicher Bau- und Einrichtungskunst". 1828 stiftete die Witwe Doos das voll eingerichtete Haus mit anschließendem Garten und Nebengebäuden der Stadt mit der Auflage unveränderter Erhaltung. Trotz Verlusten an Mobiliar und des Gartenhauses stellt es heute noch das geschlossenste und schönste Beispiel großbürgerlicher Wohnkultur des 18./19. Jahrhunderts im Lande dar.
Bis zum Jahr 2005 war es Sitz der Verwaltung der Stadt Wilster. 
Heute wird das Gebäude als Stadtbücherei und Stadtarchiv genutzt. Auch finden dort öffentliche Veranstaltungen wie Lesungen, Trauungen sowie die Sitzungen der Ratsversammlung statt. Die Stadt Wilster hat in den letzten Jahren enorme Mittel akquiriert, um nach der Sanierung des Alten Rathauses auch die Sanierung des Neuen Rathauses vorantreiben zu können.
Auch Bürgerinnen und Bürgern aus der Region und ein Förderverein sammelten Spenden ein.

 „Mir liegt es sehr am Herzen, dass historische Bauwerke in meinem Wahlkreis erhalten bleiben.
Die Unterstützung durch Fördermittel des Bundes ist für die Stadt daher eine große Hilfe.
Jetzt kann die Sanierung des Neuen Rathauses endlich fortgesetzt werden.
 Damit bleibt es der Stadt Wilster und nachfolgenden Generationen dauerhaft erhalten "Ich freue mich auf den Baufortschritt in den nächsten Monaten“, so Helfrich abschließend.

Im Rückblick: 

Wilster den 20.10.2014

Ein Haus voller Geschichte und Geschichten

Das ehemalige Palais der Familie Doos in Wilster
Der Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Steinburg / Dithmarschen Süd - Mark Helfrich -informiert über das Bundes- Denkmalschutz-Sonderprogramm im Neuen Rathaus in Wilster und lässt sich den Werdegang der Restaurationsarbeiten im historischen Haus - Baujahr 1780 -zeigen.
Einen Überblick vor Ort verschaffen: Bürgermeister aus Wilster -Walter Schulz, Roman Stöckmann - technischer Leiter des Bauamtes und Christine Scheer –Architektin für Denkmalpflege informieren über den Stand der Arbeiten - Foto: Im Gartenzimmer vom ehemaligen Herrschaftshaus Doos werden Stuckrestaurationen  vom Lübecker Master Restaurator Jarek Kulicki durchgeführt.
Unter Tapeten und Farbanstrichen kommen alte Wandzeichnungen zum Vorschein.
„Aus Liebe zu meinem seligen Ehemann, der das von mir bewohnte Haus für mich und seine Nachkommen, wie auch zur Zierde der Stadt Wilster, aus seinen eigenen Mitteln von Grund auf neu erbaut hat, und zwar so solide und dauerhaft, dass es länger als ein Menschenleben stehen kann ..."
So aus dem Testament der Eigentümerin (Etatsrätin) Charlotte Doos 1829, die das Haus und ihr  Vermögen teilweise der Stadt Wilster nach ihrem Tod übertrug.
 Bereits im August 1804 war ihr Mann - der vermögende Kanzleirat Doos-  gestorben und auch die 3 Kinder der Familie starben in frühen Jahren.
Frau Doos Aussage über die solide Bauweise des Hauses im Testament kann nach heutigen Maßstäben nur bestätigt werden.
Nach 234 Jahren ist das Haus in der Rathausstraße in Wilster nach wie vor ein Schmuckstück und das Gute daran: Die Wilsteraner mit ihrem Bürgermeister Walter Schulz und dem Förderverein Historische Rathäuser in Wilster e.V. schätzen den Wert des Gebäudes, das mit einer enormen Handwerkskunst - selbst im Inneren des Gemäuers ausgestattet ist, wie Architektin Christine anschaulich schildert.
Eingedrungenes Wasser im Gebäude und alte Renovierungssünden machen aufwendige Sanierungsarbeiten nötig.
Wilster ist eine der ärmsten Kommunen der Region und so sind Fördergelder für das Sanierungsprojekt dringend nötig.
MdB Mark Helfrich verspricht sich dafür einzusetzen, das Bundesgelder in die Region fließen um Baumaßnahmen wie diese mitzufinanzieren.
Alte Fotos des Gartenzimmers. Leider hatte ich mir das Datum der Aufnahmen nicht notiert. Sicher bekomme ich es noch heraus.

Gute Referenzen haben die Wilsteraner auch mit dem Landeskonservator Dr. Michael Paarmann, der unlängst das spätbarocke Baudenkmal als "kulturhistorisches Juwel, allererster Güte" pries.
Das Neue Rathaus wird vielseitig genutzt: In den unteren Räumen des Hauses ist die Stadtbücherei untergebracht. Zwischen alten Gemälden und historischen Kacheln stehen Bücher zum Ausleihen bereit. Der Leselust e.V. bietet hier Veranstaltungen mit Lesungen von Literatur für Jung und Alt.
Die seit 30 Jahren im Denkmalschutz tätige Architektin Christine Scheer ist mit Leidenschaft bei der Arbeit. Sie hat die schwere Aufgabe moderne Nutzung historischer Gebäude mit dem Denkmalschutz unter einem Hut zu bringen und Kompromisse zu finden.

Unter dem Dach des Neuen Rathauses ist das Stadtarchiv mit den historischen Einbauschränken 
Der Saal wird für viele Veranstaltungen wie Sitzungen genutzt und ist vor allem für Trauungen recht begehrt.
Die Schränke im Haus sind ein besonderer Hingucker. Auf diesem Blog hatte ich bereits von ihnen berichtet. Sie stammen aus dem Abgetragenen Schloss in Drage -Friedrichsruh. Aber auch andere Gegenstände des Hauses weisen auf die damals aufgekauften Stücke aus Drage hin.

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Neulich in Weimar

Noch zu Lebzeiten entschied Johann Wolfgang von Goethe, dass sein Wohnhaus im alten Zustand belassen werden sollte, um so seiner Lebensarbeit ein Denkmal zu setzen

Die Erbin - Goethes Schwiegertochter - nutzte nach dem Tod des berühmten Dichters die Arbeits- und Wohnräume nicht mehr.
Die Räume sind weitestgehendst im Zustand von 1832 erhalten und für Besucher zugänglich.
Am 22.3.1832 verstarb mit 82 Jahren in diesem Sesel Johann Wolfgang von Goethe
 Goethes Arbeitszimmer
Das Haus am Frauenplan in Weimar wurde von Johann Wolfgang Goethe 1782 mit seiner Familie bezogen.
Vorerst wurde das Anwesen gemietet, aber 1792 schenkte der Großherzog Carl August seinem Finanzminister das Haus und so wurde es von Goethe umgebaut.
 Farben, Kunstwerke und antike Skulpturen sind durch seine mehrmonatigen Italienreisen stark geprägt.
 Die von Goethe gewählten Wandfarben waren in Deutschland noch nicht aktuell und so überraschte er seine zahlreichen Gäste mit den Farbtönen, die eine entsprechende Stimmung erzeugen (Goethes Farbenlehre).
Im Vorderhaus empfing Goethe seine Besucher. Auch wurde hier oft und gern musiziert.
Goethes Wohltäter: Großherzog Carl August



50 Jahre lebte Goethe - abgesehen von seinen langen Reisen - in diesem Haus. 
Die Einrichtung mit dem Mobiliar, den Kunstsammlungen, den Erinnerungsstücken und der Haushaltsgegenstände legen allesamt ein Zeugnis vom damaligen alltäglichen Leben im Goethehaus ab.
Den Garten hatte Goethes Frau Christine (sie starb mit 51 Jahren) angelegt. Er galt der Versorgung des Haushalts mit den vielen Gästen und Bediensteten. 


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