Donnerstag, September 15, 2016

Ditt und Datt

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Özdere Ende Oktober 2016

Baumwollanbau in der Türkei 

Urlaub in der türkischen Ägäis
Die Türkei ist zu sehenswert, um nur am Strand oder am Pool den Urlaub in der Hotelanlage zu verbringen.
Wir mieten uns ein Auto und fahren übers Land.
In der Nähe von Söke an der türkischen Ägäisküste kann ich eine Ernte fotografieren, die ich nur aus Büchern oder Dokumentationen ferner Länder kenne.
Die Türkei liegt geographisch auf einem Breitengrad und des "Baumwollgürtels" der Erde, der mit den klimatischen Bedingungen den Baumwollanbau zulässt.
In Schwemmlandgebieten findet die Baumwolle in der Türkei optimale Wachstumsbedingungen.
Die Aussaat soll bei 35 Grad erfolgen und vor allem während der Blüte (sie blüht gelb) benötigt die Baumwollpflanze Wasser.
Eine hohe Lichtintensität ist für den Anbau von Bedeutung. In der frühen Wachstumsphase benötigt sie ausreichend Wasser, dann ist trockenes Wetter notwendig.


Die Frucht ist eine 3 - 5-fächrige Kapsel, die ungefähr vier Wochen bis zur Reife benötigt.
Bei Reife öffnen sich die Kapseln und die Haarbüschel der Samen werden wie ein großer Wattebausch sichtbar. 

Die Türkei gehört nach Indien, China und den USA zu den größeren Baumwollproduzenten weltweit.
 Es wurden 2016 auf 730.000 Hektar Land Baumwolle angepflanzt.
Geerntet werden zirka 620 000  Tonnen.
 Die Mäanderebene (sie entstand durch Verlandung) ist geprägt vom Baumwollanbau.
Türkische Baumwolle soll eine sehr hochwertige Baumwolle mit besonders langen Fasern sein.
Sie wird in der Nähe der türkischen Ägäis kultiviert. Hier werden ihre Fasern geerntet und Nähe Izmir zu Garn gesponnen.
Die Türkei propagiert ihre Baumwolle als organisch, also Baumwolle aus natürlichem Anbau ohne den Einsatz von Pestiziden und Düngemittel und dabei gilt das landwirtschaftliche Produkt mit dem höchsten Einsatz von Chemikalien gegen Schädlinge und Unkraut.
Baumwolle hat einen immensen Wasserverbrauch. Um eine Jeans zu produzieren, sind danach (aus der Frankfurter Rundschau) rund 10 850 Liter Wasser nötig, für ein T-Shirt 2720 Liter.
Baumwollernte
Die Baumwollpflückmaschinen ähneln unseren Mähdreschern. Die Maschinen arbeiten mit sehr vielen gezahnten Spindeln, die auf einer rotierenden Welle laufen und sich nochmals um sich selbst drehen. Die Spindeln wickeln die Baumwolle aus den Kapseln auf, und geben diese an gegenläufig rotierende Kammwalzen ab.
 Die Baumwolle wird in den Korb befördert, wo sie zusammengedrückt und vorverdichtet wird.
Baumwolle in der Türkei
Das "weiße Gold" auf den Feldern ist ein besonderer Hingucker.
In der Hand fühlen sich die Wattebausche ungewöhnlich weich an.
Die feinen weißen Fasern umhüllen die Saat, damit diese nach Trocknung weit fliegen kann. Wenn die Saat dann auf die Erde fällt, können die Fasern Wasser aufnehmen und somit die Saat zum Keimen bringen.

Gerentet wird die Baumwolle in der Türkei mit Pflückmaschinen, die Ende Oktober auf zahlreichen Feldern im Einsatz sind.
Der türkische Landwirt zeigt sein Erntegut

In hohen Gitteranhängern wird die Baumwolle entladen und zur Fabrik gebracht und in Ballen gepresst.
 Nach der Trocknung und Säuberung werden die Baumwollfasern in der Spinnmaschine zu Garn gezwirnt.
 Das Garn wird gefärbt um anschließend auf dem Webstuhl zu fertigen Stoffen gewebt.
Die geerntete Baumwolle wird abgeholt und zur Fabrik transportiert.
Berge und Baumwolle bei Söke in der türkischen Ägäis
Der Erntehelfer pflückt die Baumwolle an den Ecken, die die Pflückmaschine nicht erreichte, nach.

Fotos und Berichte aus unserem Urlaub in der Türkei in Kürze weiter an dieser Stelle
 Gleich nebenan ein Strandabschnitt mit beobachtetem Eisvogel

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7.-9.10. Ausflug in die Lüneburger Heide

Eine Familienfeier führte uns an diesem Wochenende in ein Hotel in die Gemeinde Hanstedt in der Lüneburger Heide.

Wildpark Lüneburger Heide 

Im Sellhorn Hotel-Arrangement in Hanstedt war ein Gutschein für den Besuch des in der Nähe gelegenen Wildparks dabei.
Nach einem guten Frühstück ging es also in den Wildpark Lüneburger Heide nahe Hanstedt-Nindorf im Landkreis Harburg in Niedersachsen. Der Park beherbergt ca. 1000 Tiere aus über 120 Arten auf einer Fläche von 61 Hektar.
Anissa findet sofort Anschluss
Meine Fotos vom Wochenende in der Lüneburger Heide sind in Arbeit
 Damwildkalb schaut, ob die Wildparkbesucher etwas zu Essen dabeihaben.

 Aber die Aufmerksamkeit im Wildpark beim Betreten des Parks erzielt nicht auf Anhieb das zutrauliche Damwild. Es sind in dieser Jahreszeit die röhrenden Rothirsche, die jetzt in der Brunftzeit arg im Stress sind und selbst beim Ruhen immer wieder ihr Rudel als Platzhirsch mit Röhren markieren.
Brunfthirsche nehmen während dieser Zeit kaum Äsung auf und können bis zu 15-20 kg an Gewicht verlieren.
Die im Juli neu gewachsenen Geweihstangen können a Stange bis zu 6 kg schwer werden und das Gewicht am Kopf kann ausprobiert werden:

Eher ruhig geht es in der Aufzuchtstation von Küken zu:
Sehr anschaulich sind hier die unterschiedlichen Wachstumsphasen der Küken live zu verfolgen.

Greifvögel und Eulen werden täglich in einer Flugshow präsentiert. Im Bild landet sehr eindrucksvoll ein Weißkopfseeadler auf der Hand der Wildpark-Falknerin Elke Siebert.
 Hier haben Geber und Nehmer zu kurze Arme. Die Waschbären dürfen gefüttert werden.
Ah, nun klappt es mit der Fütterung.
Wie weit springst du?
Auf Tuchfühlung

Die Heide ist längst verblüht, aber immer noch auf den großen Flächen ein Hingucker.
Hier entdecken wir unzählige Raupen eines Spinners. Es ist der Nachwuchs vom Brombeerspinner.
Seine Haare können allergische Reaktionen auf der Haut verursachen. Ohne diesem Wissen habe ich die Raupe in die Hand genommen und es tat sich nichts und hübsch sind sie allemal.



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Hohenaspe den 13.1. 2016

Urlaubserinnerung 

Als gestern der schreckliche Anschlag in Istanbul durch die Presse ging, fiel mir unser letzter Urlaub im Nov. 2015 an der Westküste in der Türkei ein und ich schaute mir meine Aufnahmen noch einmal von den wundervollen Tagen im Urlaubsland an.
 Beim Durchforsten der Fotos bekam ich gleich wieder großes Verlangen, eine Reise dorthin zu buchen, denn machen wir uns nichts vor, vor einem Terroranschlag sind wir auch hier in Deutschland letztendlich nicht sicher.
Vielleicht haben sie Interesse die Aufnahmen von einer Woche Özdere an der Westküste (Ägäis) mit mir anzuschauen?
 Abflug im November von Hamburg
Anflug in der Türkei
Ankunft nach 3 Stunden Flug in der Türkei auf dem Flughafen von Izmir, einer immerhin 4,1 ! Millionen Einwohner-Metropole.
Nach einer Stunde Fahrt von Izmir mit einem für wenig Geld gemieteten Pkw (direkt am Flughafen), kamen wir in unserem 5 Sterne Hotel bei schönstem Wetter an.
In einer Zeit in der es in SH grau in grau und nass war, erlebten wir hier eine Woche lang tagsüber Temperaturen über 20° bei schönstem Sonnenschein.
 Mit unserem gebuchten Hotel, hatten wir es in diesem Urlaub sehr gut getroffen.
Die Anlage war top und das Beste: Es waren kaum noch Gäste da.

Natürlich musste ich gleich die Gegend - teilweise auch mit meinem Mann - erkunden.

Bei einen unserer Ausflüge durch die umliegenden Gemeinden mit den edlen Häusern am Meer, erzählte eine ältere Dame im perfekten Englisch meinem Mann, dass ab Oktober die Küstenregion leer von Urlaubern sei, weil die Bewohner von Izmir wegen dem Ende der Schulferien ihre Ferienhäuser am Meer verlassen würden und wieder in die Stadt ziehen.

 Gleich hinter dem Hotel Ausblick auf eine "Robinson-Insel". Ich verspürte große Lust, die menschenleere Insel einmal zu erkunden. Na, vielleicht beim nächsten Mal!
 Özdere ist ein netter Ort mit zahlreichen Geschäften,
 aber die Landschaft fasziniert mich mehr.

Als ich zum Hafen marschiere, erhalte ich doch wie im letzen Urlaub einen Begleiter.
Es war aber dieses Mal kein herrenloser Hund, wie ich am Chip in seinem Ohr erkannte.
Jedenfalls folgte er mir wie ein Touristenführer durch die Hafenanlage
und da gab es jede Menge zu sehen.
Die Fischer waren gerade dabei ihren Fang zu sortieren.
Sie waren unheimlich freundlich und obwohl wir Verständigungsschwierigkeiten hatten, erzählten sie mir viel über ihre Fische und dass sie ihren Fang ohne Probleme verkaufen könnten. Fotografieren durfte ich selbstverständlich.
Sie nannten mir auch die Namen der einzelnen Fische, aber in Erinnerung habe ich nur noch den Tintenfisch. Sorry!
Der Hund hörte sich alles mit an und als ich wieder zurück durch die Hafenanlage in Richtung Özdere gehen wollte, zeigte er mir eine gewaltige Abkürzung, in dem er durch ein Loch in einem Zaun huschte und sich erwartungsvoll nach mir umschaute. Ich folgte ihm und tatsächlich war da ein Pfad am Hügel hoch bis zur Straße.
Ausgiebige Spaziergänge an der Küste entlang sind in dieser Region möglich. An der Türkischen Riviera ist das selten der Fall.
Fast alle Hotelanlagen haben dort bis an den Strand gebaut und sich dann durch Zäune und Security abgeschottet.
Hier an der Westküste (der Ägäis) ist der Massentourismus noch nicht angesagt und es gefällt uns ungemein.  Spazieren gehen wir fast täglich durch Mandarinenplantagen, es ist Erntezeit und so leuchten in der Sonne orange Früchte in einem satten Grün. Ein wunderschöner Anblick, der sich mit dem Geschmack der Mandarinen abrundet.




Auch zu dieser Jahreszeit blühen Blumen in der Türkei und ich kann nur staunen, in welcher Blumenvielfalt die Vorgärten ( gepflegt oder auch nicht) einen Augenschmaus bieten. 


Türkische Frauen bei der Arbeit
Trotz körperlicher schwerer Arbeit - die Frauen transportieren Steine für Bauarbeiten- , sind sie äußerst gut gelaunt. Per Handzeichen signalisieren sie mir, dass ich sie fotografieren soll.
So viel gute Laune bei der Arbeit möchte ich natürlich festhalten.

Die Türken und die Katzen...
Die Türken haben ganz offensichtlich ein Katzenproblem!
Katzen ohne Ende wohin man nur schaut. Ich frage eine Frau, die gerade ca 50 Katzen füttert, ob das alles ihre Tiere wären.
 Die Verständigung ist schwer, ich verstehe aber was sie mir sagen will:
"Die Urlaubszeit ist vorbei und alle Urlauber, die vorher die Katzen gefüttert haben, sind weg und haben die Katzen einfach zurückgelassen." Sie würde sich nun um die armen Tiere kümmern.
Jeden Tag füttert sie die Tiere und sie kommen aus der ganzen Region angelaufen.

Auch in unserer gepflegten Hotelanlage laufen uns zahlreiche Katzen über den Weg. Verständnislos beobachten wir, wie Gäste die Tiere von ihren Esstischen fütterten - gern hätte ich mit diesen Urlaubern eine Diskussion geführt, aber ich hielt mich zurück.
Unser Hotel nannte sich "Katzenfreundliches Hotel", ob sie auch für Kastration und Sterilisation der Tiere sorgen, konnte ich nicht herausfinden. Fakt war, dass jede Menge Jungkatzen auf dem Gelände liefen. 

Ausflug in die Antike

Özdere / Türkei 18.11. 2016

 ... mit Blick auf die Ägäische Insel Samos, deren Ziel in den letzten Monaten Tausender Flüchtlinge ist, um in Europa - vor allem in Deutschland - eine neue Bleibe zu finden.

Europa ist von dieser Küste aus nur wenige Kilometer entfernt. 
Die Migranten hoffen auf ein besseres Leben in der EU, aber nicht nur Schutzsuchende schlagen die Balkanroute, die von Izmir weiter mit dem Boot nach Griechenland und schließlich nach Deutschland führt, ein. 
Die türkische Polizei hatte zum Beispiel mutmaßliche Mitglieder der IS Terrormiliz verhaftet, die nach Deutschland über die Balkanroute einreisen wollten. Info HIER

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Auch wenn sich zahlreiche Migranten den Flug nach Deutschland leisten könnten, müssen sie den gefährlichen Weg mit teuer bezahlten Schleusern auf sich nehmen, da ein legaler Aufenthaltstitel in der EU erhalten sein muss.
Nach Informationen von Hotelangestellten in unserer Urlaubsunterkunft sind seit 5 Jahren zum Beispiel allein zehntausende vor dem Bürgerkrieg geflohene Syrer, in Izmir gestrandet. 
Nicht alle Türken sind auf die Migranten gut zu sprechen: 
"Vor Krieg und Terror sind sie hier geschützt und viele der Migranten könnten bei uns Arbeit finden, denn es gibt genug davon, aber die Syrer hätten Ansprüche und  in Deutschland winkt Geld für die Migranten. Wir lassen sie gern in Richtung Europa ziehen", so die noch harmlos gehaltenen Aussagen der Bewohner vor Ort.
(Dazu muss man wissen, dass es keinen Mindestlohn in der Türkei gibt. Fakt ist, dass die Spannungen zwischen Einheimischen und Syrern wächst.)
Im Vergleich: Nach Deutschland sind laut Bericht der Frankfurter Allgemeine 800.000 Flüchtlinge eingereist.
Natürlich wurde der Besuch von Angela Merkel in der Türkei vor wenigen Tagen registriert und kommentiert.

Die Türkei fordert 3 Milliarden € von der Europäischen Union dafür, um den Flüchtlungsstrom nach Europa stärker kontrollieren zu können. 

" Falls euch der Preis zu hoch ist, dann lasst es doch und nehmt uns die Flüchtlinge ab", so die Argumentation der Türken, die wir zum Thema befragen konnten.

Die Türkei beherbergt inzwischen 2,5  Millionen Migranten und auch die türkische 3 Millionenstadt Izmir, von der aus viele Hilfesuchende über das Meer nach Europa aufbrechen, stößt längst an ihre Grenzen.
Reichere Syrer haben sich Wohnungen genommen und ärmere sind (wenn überhaupt) in Aufnahmelagern untergebracht, in denen es nur das Nötigste zur Versorgung gibt.
 Dass die meisten nach Deutschland weiter ziehen möchten, ist verständlich, denn da steht Geld und guter Wohnraum in Aussicht. 

In der Ägäischen Küstenregion bekommt man von der Flüchtlingsproblematik,(wenn man es nicht möchte) nichts mit.
Einige wenige syrische Spendensammler sind in Kusadasi unterwegs.
Es sind Kinder und Erwachsene, die überdurchschnittlich gut gekleidet sind und ich kann nicht erkennen wofür sie sammeln, da ihre Schilder in türkischer Aufschrift gehalten sind.
Ich vermute, dass sie eine Überfahrt nach Griechenland mit dem Geld finanzieren wollen.

In Kusadasi am City-Beach schlendert ein zirka 10 jähriger Junge (ich nehme an es ist ein Syrer) von Tourist zu Tourist, um Spendengelder zu sammeln.
Lieblos geht er dieser Tätigkeit nach, denn im Auge hat er die gleichaltrigen Jungen, die unbeschwert mit dem Skateboard durch die schöne Anlage am Meer rasen.


Kurz vor unserem Flug in die Türkei war ich im Camp Prinovis in Itzehoe und habe dort ein paar Aufnahmen von der geplanten weiteren Unterbringung für zirka 1000 Gäste aufgenommen.
Die Container vor den ehemaligen Produktionshallen  (in denen bereits 1000 Flüchtlinge untergebracht sind) können demnächst bezogen werden.

Das Prinovisgelände mit den zahlreichen Reihen von Wohncontainern 

Im Camp wird immer wieder vom guten Miteinander berichtet und so hoffen alle, dass die Stimmung mit 1000 neuen Migranten nicht kippen wird.
Auseinandersetzungen gab es bereits zwischen Arabern und Kurden im Camp und Proteste weil Bewohner des Camps schneller auf eine Zuweisung einer eigene Wohnung hoffen.

Informationen sind nur schwer zugänglich, da die Bevölkerung nicht unnötig beunruhigt werden soll.
Im Camp Prinovis versichert man mir, dass es keine Geheimnisse gibt.
    Inzwischen hat sich die Polizei vom  Vorwurf die Öffentlichkeit nur mangelhaft über Migrantenkriminalität zu informieren, distanziert und es wäre auch der völlig falsche Weg, gegenüber hilfsbereiter Gastgeber!
Kritisch wurde mir von ansonsten wohltätigen Bürgern berichtet, dass im Camp IZ und in Kellinghusen große Putzkolonnen täglich eingesetzt werden.
Wenig Verständnis habe man als Steuerzahler dafür, dass die Reinigung nicht in den Erstaufnahmeeinrichtungen selbstständig von den Bewohnern erledigt werden kann.
Weckt man mit dieser abgenommenen Arbeit nicht völlig falsche Vorstellungen von unserer Gesellschaft in den aufgenommenen Flüchtlingen?

Als mir im Camp ein eingesetztes Reinigungsteam entgegenkommt, erkundige ich mich spontan bei der Leitung nach Sinn und Zweck der beanspruchten Reinigungsdienste.
Man versicherte mir: " Wir haben hier im Camp Prinovis keine Probleme".
Gut, die Aussage kenne ich und freue mich mit dem Organisationsteam, aber wieso die Putzkolonne?
Laut Manuela Bannert (ehemalige Hohenasperin), die für die Unterkunft der Migranten von den Johannitern eingesetzt ist, klärt mich auf. " Wir haben hier Büroräume und eine Arztpraxis im Camp."
Die Räume in den Wohncontainern sind so gut wie bezugsfertig.
Massenschlägerei im Camp Itzehoe am 30.11. 2015 Info HIER


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Friedrichskoog Spitze den 26.9.2015

Radeln an der Nordsee

Na Herr Dudde, neuer Job?
Obwohl der Ehemann kein E-Bike fährt, muss ich mit meinem Elektrofahrrad aufpassen, nicht den Anschluss zu verlieren. Der Grund dafür: so viele Fotomotive lassen mein Rad immer wieder stoppen. 

Unsere Tour startet bei Friedrichskoog Spitze und wir radeln bei schönstem Sonnenschein in Richtung Büsum ( ca 30 Kilometer entfernt). 
Hier gibt es direkt an der Nordsee einen Radweg, aber auch hinter dem Deich ist das Radfahren angenehm.
 Bei Gegenwind ist es wahrscheinlich ziemlich anstrengend und ich möchte mein E-Bike auf dieser Strecke nicht missen.
In Friedrichskoog Spitze gibt es einen Fahrradverleih, der E-bikes für 10 € am Tag vermietet, wenn ich es richtig gelesen habe.
Auch für diese Tour entschied ich mich, mein Teleobjektiv nicht mitzunehmen, da es schwer zu transportieren ist. Und wieder habe ich mich im Nachhinein über meine getroffene Entscheidung geärgert. Auf dem Deich sitzen zahlreiche Fotografen mit dicken Ausrüstungen, denn im Bild festzuhaltende Motive, gibt es reichlich.

Gleich zu Beginn bin ich überrascht, zighundert von Kiebitzen hier zu treffen. Sie warten mit etlichen anderen Vogelarten darauf, dass die Flut zurückgeht und sie weiter im Watt nach Nahrung suchen können. Also sind sie ganz und gar gezeitenabhängig.
Kiebitze kenne ich u.a. aus der Hohenasper Feldmark. Dort sind 4-6 Paare vor allem im Frühjahr zu beobachten, aber in diesen Massen als Schwarm, habe ich sie noch nie gesehen. 

 Lange brauchen die Vögel nicht warten, denn schwups ist das Wasser schon wieder verschwunden und setzt so den Meeresboden frei.
Auf einer Strecke von 5-6 Kilometer war der Radweg neu geteert und der Geruch übertünchte nicht besonders freundlich die Nordseeluft.
Als ich einmal für ein Foto das Rad stoppte, klebten meine Schuhe am Teer fest und Abend bemerkte ich Teerspuren an meiner Jeans. :-(
Wir legten einen Stop am Meldorfer Kronenloch ein. An der Hafenstraße gibt es einen Fischimbiss. Frisch gestärkt radeln wir kurz vor Büsum zurück nach Friedrichskoog Spitze.

Ein Fotograf berichtet, dass man mit etwas Glück Koniks ( Wildpferde) vom Weg aus beobachten könnte. An diesem Tag schaffe ich es nicht mehr, aber ich komme wieder, soviel steht fest!
Eigentlich hatte ich vor, hier noch weitere Fotos von der Radtour zu posten. Die Wattlandschaft ist einmalig. Leider finde ich die Fotos nicht mehr auf meinem PC. Habe ich sie dummerweise gelöscht?
Oh, das kommt dabei heraus, wenn ich die Dokumentationen verschiebe. Schade!
Ein Foto finde ich noch, es wurde direkt in Friedrichskoog-Spitze Nähe der Seehundstation aufgenommen. 
Eine ehemalige Hohenasperin hat hier mit ihrem Freund, der Krabbenfischer ist, ein "Krabbenstübchen" eröffnet. 
Leider ist Nicole an diesem Nachmittag nicht in ihrem "Stübchen" anzutreffen und ihre Aushilfe erklärt "Krabben sind ausverkauft".
Na ja, dann vielleicht ein andermal. Grüße von dieser Stelle nach Friedrichskoog Spitze.


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Ende März 2015

Zurück aus der Türkei

Seit 6 Jahren fliegen mein Mann und ich im März in die Türkei. Die  Hotelanlagen mit ihren 5 Sternen an der Türkischen Rivera überraschten uns immer wieder, da sie vergleichbar in dieser Jahreszeit für wenig Geld zu buchen sind. 
In diesem Jahr buchte uns der Reiseanbieter kurzfristig vor Urlaubsstart  in ein Hotel um und das begeisterte uns erstmalig nicht.
Die Ziegen vor der Hotelanlage in der Nähe von Manavgat waren immer ein sehr hübsches Motiv.

Natürlich kann die Türkei nicht wirklich enttäuschen. Mit zahlreichen Fotos möchte ich es beweisen. Meine Urlaubserlebnisse hier zusammengetragen:

Unser  zugedachtes Domizil war schon optisch eher wie ein alter Betonkasten anzuschauen.
Das Essen war mittelmäßig und die Ausstattung vom Hotel ließ zu wünschen übrig.
 "5 Sterne" scheint in der Türkei keinen Standard zu haben, aber es war uns letztendlich egal, denn wir wollten unseren Urlaub nicht vom Hotel abhängig machen.
Die Türkei hat so viel zu bieten! 
Im Hotel gab es noch zahlreiche andere unzufriedene umgebuchte Gäste.
Viele der Urlauber in dieser Anlage  waren aber auch Stammgäste und mir wurde klar wieso:  Das Hotel war auf deutsche Urlauber ausgerichtet.
Fast das ganze Personal sprach deutsch und auch ein Unterhaltungsprogramm war allein auf unsere Nationalität abgestimmt.
 Der günstige Preis für dieses angebliche 5 Sternehotel sorgte dann ebenfalls für reichlich Gäste.
Das Personal war bemüht und der Manager sprach uns immer wieder an, ob es uns gefallen würde.
Als er unseren Missmut mitbekam, erhielten wir eine Sonderbehandlung, die uns eher peinlich war. Also haben wir uns nach ein paar Tagen nichts mehr anmerken lassen, denn wir konnten bis auf den Reiseanbieter niemandem wirklich böse sein.
In einer Bewertungsanfrage, die eines Abends auf dem Tisch lag, haben wir geschrieben „ Tolles 3 Sterne Hotel“ und mein Mann hatte dummerweise unsere Zimmernummer auf dem Zettel mit angegeben.

  Richtig Glück hatten wir aber mit dem Wetter. Es war frühlingshaft und manchmal sogar heiß. Immer nach dem Frühstück startete ich mit meiner Kamera Wanderungen ins Umland.

Mein Mann beteiligte sich nur an den Ausflügen, wenn es sein Armband zuließ.
Er hatte sich kurz vor Urlaubsbeginn dieses neu auf dem Markt erschienene „Aktivitätsarmband“ gekauft und lebte nun ganz nach den Messungen der Technik an seinem Armgelenk. Blutdruck, Puls und Schrittzähler bestimmten seinen Urlaub.
Stolz erzählte er mir ständig von den optimalen Werten, die er per SMS mehrfach am Tag zugestellt bekam. 10 000 Schritte am Tag musste er gehen, um eine Belobigung von der Technik zu erhalten.

Auch nachts wurde er von diesem Gerät überwacht und es wurde ihm morgens mitgeteilt, wie er geschlafen hatte.
Oh, es war witzig! Ich habe das Armband als neues Tamagotschi bezeichnet. Wie kann man einen Urlaub danach auslegen? Tzz Männer!

Einmal ging ich mit meinem Gatten an einer 4 spurigen befahrenen  Straße entlang.
Der richtig tolle  Abschnitt des Weges an einem einsamen Sandstrand stand kurz bevor, da verabschiedete sich mein Mann abrupt von mir, da der Schrittzähler ihm zu seiner ausreichenden Tagesleistung gratulierte. Die Liegestühle im Hotel und sein dickes Geschichtsbuch riefen.
Ein neuer Begleiter auf meinem Weg fand sich dann schnell ein. 
Als ich an dem einsamen Strandabschnitt (die Hotels dort hatten noch geschlossen) lang marschierte, bemerkte ich einen Hund in meiner Nähe.
  Er folgte mir humpelnd lange Zeit in gebührender Entfernung von ca 100 Meter.
Erst als ich mich einmal für ein Foto in den Sand legte, kam er ganz Nah an mich heran – wir wurden Freunde.
Von da ab wich er nicht mehr von meiner Seite. Er tat mir mit seiner kranken Pfote leid.
Anscheinend war es noch ein junger Hund.
  Nach ein paar Kilometern machte ich mir Gedanken, ob er mir noch bis zum Hotel folgen würde. Aber das Problem löste sich im Ort vor dem Hotel.
  Ladenbesitzer räumten hier ihre Geschäfte für die neue Saison ein und auch eine Frau mit ihren Kindern war dabei Taschen in einem Supermarkt zu tragen.
  Die Kinder spielten mit einem Ball, den mein Begleiter wohl auch interessant fand.
 Er schnappte verspielt nach dem Spielzeug und da fingen die Kinder wie am Spieß an zu schreien, dass es einem durch Mark und Beine ging.
Der ältere 5 jährige war nicht wegen des Verlustes des Balles so verstört, er hatte schreckliche Angst vor dem Hund. Seinen jüngeren Bruder steckte er mit dieser Angst an und so schrien beide erbärmlich.
Meine beruhigenden Worte auf Deutsch waren für die Jungen nicht hilfreich und bewirkten nichts.
Die Mutter kam angelaufen und dem Hund blieb nur die Flucht. Er tat mir schrecklich leid! Gern hätte ich mich von ihm noch verabschiedet. 

Bei meinen Spaziergängen an diesem Strandabschnitt musste ich feststellen, dass immer mehr neue Hotelanlagen entstehen und die Region an der Küste hier fast ohne Unterbrechung zubetoniert ist. 
Da wo keine riesigen Hotelanlagen stehen, sind Golfplätze oder zahlreiche Tennisplätze für den Massentourismus entstanden. Es wird unser letzter Urlaub in dieser Region vorerst gewesen sein.

Hinter den Anlagen gibt es den Gemüseanbau. Das Schwemmgebiet vor dem Taurusgebirge hat gute Boden- und Klimabedingungen für Obst und Gemüse. 
Apfelsinenbäume, Bananen und zahlreich Gemüseplantagen bestimmen hier das Bild.
Ziegenhirten mit den Tieren finden nur noch zwischen den letzten verbliebenen Baulücken Möglichkeiten, ihre Tiere zu weiden. 
 Ein freundlicher türkischer Gemüsebauer zeigt seine Ernte


 Türkische Frauen warten auf Abnehmer der Ernte. Sie möchten 5,-€ für die Kiste samt Inhalt.
Ich durfte eine Erdbeere probieren und sollte vorher aber daran riechen (und das alles, obwohl wir unsere Sprachen gegenseitig nicht verstanden). Sie hat nach echter Erdbeere geduftet und auch köstlich danach geschmeckt. Leider gab es im Hotel die herrliche  Frucht niemals als Nachspeise.


In diesen Tagen wurde in der Region überall Melonenpflanzen gesteckt und mit Folie überdacht.


Der Plastikmüll und Bauschutt liegt in der Küstenregion oft achtlos an den Wegen. Lediglich in Alanya sah es nach unseren Maßstäben gepflegt und sauber aus. 
In der Türkei scheint noch nicht angekommen zu sein, dass Plastikmüll ein begehrter Ersatzbrennstoff zur Energiegewinnung (mit entsprechender Filtertechnik) genutzt werden kann.
Sicher nur eine Frage der Zeit, denn die Türkei ist nach wie vor wirtschaftlich im Aufschwung, wie man zum Beispiel an den vielen Straßenerneuerungen auch in den kleinen Bergdörfern beobachten kann. 
In dem kleinen Ort, in dem unser Hotel steht, erzählte ein Autovermieter, dass er an diesem Tag das erste Mal ein Müllreinigungsteam auf der Straße vor seinem Geschäft gesehen hat und er hier seit 3 Jahren sein Geschäft besitzt.
Von den Reiseanbietern werden gern Ausflüge in den Hotels verkauft. Mein Mann und ich wollten aber an diesen geführten Unternehmungen nicht teilnehmen, sonder die Region eigenständig bereisen. Also mieten wir uns ein Auto. 
Am ersten Tag fuhren wir nach Alanya, da wir diese Stadt noch nicht kannten.

Eindrücke von Alanya in einer Diashow

Auf Entdeckungstour

Auch die Stadt mit dem Namen Manavgat (Nähe Side) hat uns sehr gefallen.
Hier besuchten wir den Markt und unternahmen eine kleine Schiffstour auf dem Managvat-Fluss, der im Mittelmeer mündet. Er wird vom Winterschnee aus dem Taurusgebirge und einer Quelle gespeist.
Der riesige Stausee bei Managvat hat uns fasziniert. Er wird zur Stromerzeugung genutzt und ist auch ein gigantisches Wasserreservoir.
Hier eine Diashow mit Eindrücken aus Managvat und dem sehenswerten Umland.

Infos auch HIER

Eines Nachmittags folgten mein Mann und ich mit dem Jeep den Schildern von Manavgat zu den  Ruinen von Seleukia. Wir waren sprachlos als wir in der riesigen Ruinenanlage ankamen. 
300 v. Chr. wurde die Stadt zum Schutz vor räuberischen Seefahrern in den Bergen des Taurusgebirges angelegt. Die antike Stätte wurde erst Anfang der 1970er Jahre von Istanbuler Archäologen erforscht. 
Mein Mann und ich waren an diesem Tag die einzigen Besucher.
Man kann davon ausgehen, dass es noch weitere bislang unentdeckte antike Gemäuer im Taurusgebirge auf inzwischen verschütteten Wegen zu finden gibt.
Unter den Ruinen befindet sich die Stadtmauer, ein Hamam (Bad), eine Agora (Marktplatz) mit Geschäften die sich über 2 Etagen erstrecken, gleich nebenan ein Tempel, eine byzantinische Kirche und ein Odeon (ähnlich einem Theater) welches neben Veranstaltungen auch zu Treffen und Beratungen des Stadtrates diente. Weitere Infos HIER












Zum Schluss meines Berichtes möchte ich noch ein paar Impressionen von meinen kleinen Wanderungen entlang der Küste präsentieren 
 Hier habe ich Gelbsteißbülbül abgelichtet. Es ist ein amselgroßer Singvogel der einen zauberhaften Gesang hat. Bülbül ist glaube ich , das türkische Wort für Nachtigall.
 Mohn und die wilde Anemonen in den Bergen im satten Grün sind immer wieder ein Motiv für mich
 Bewässerungsanlagen in der Türkei ziehen sich durch die ganze Landschaft an der Küste.
 In den kleinen Dörfern gibt es immer viel zu schauen.
 Manchmal ist es auch am Strand ganz nett.

 Ein Fischer, der gerade mit seinem Fang vom Fischen zurück gekommen ist.

 Frühling in der Türkei.
Die Rückreise nach Deutschland war beschwerlich, das traurige Thema Flugzeugabsturz in Frankreich stand überall zur Diskussion. 
Wir wurden schon in der Nacht gegen 0 Uhr vom Hotel von einem Bustransfer abgeholt, obwohl unser Flug erst am Morgen um 5 Uhr starten sollte. Auch die Flugdaten wurden von unserem Reiseanbieter erst kurzfristig umgebucht. Es war sehr ärgerlich! 

Als wir dann endlich im Flugzeug saßen gab es Ärger in der 3. Reihe. (Wir saßen in Reihe 12)
Ein Mann hatte ganz offensichtlich Flugangst und fing an zu schreien und rannte aus dem Flugzeug, um es gleich wieder zu betreten und um weiter Terz zu machen. 
Flugbegleiter und Kapitän konnten ihn nicht beruhigen. Ständig lief er aus der Maschine und tauchte dann aber immer wieder noch verstörter wieder auf. 2 Männer in der Reihe vor uns wollten das Problem gerade eigenmächtig in die Hand nehmen. (Nämlich den Mann nach draußen setzen), da kam die Flughafenpolizei mit reichlich Besetzung vorbei und führten den Mann ab. Es gab merkwürdiger Weise Applaus für diese Tat, aber der Mann wäre auf dem Flug sicher zum Sicherheitsrisiko geworden. 
In Hamburg landeten wir mit Verspätung. 

ENDE
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