Dienstag, August 01, 2017

Bauernblog

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Aktuelle Themen zur Landwirtschaft in Schleswig-Holstein aufgegriffen


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Rendsburg den 7.9.2017

Norla 2017 begeistert  

Am heutigen Tag wurde die Messe eröffnet und zahlreiche Besucher strömten auf das Gelände.
Eindrücke von der 68. Norla wurden mit zahlreichen Fotos festgehalten.
Auf dem Messegelände mit gut 600 Ausstellern steht in diesem Jahr die Landestierschau sowie die Digitalisierung in der Landwirtschaft im Schwerpunkt.
Nach der Eröffnungsveranstaltung konnte ich z.B. diese jungen Schüler der Auenwaldschule der Gemeinde Böklund antreffen. Als ich sie um ein Foto bitte, schaut plötzlich ihr Lehrer vorbei und möchte mit aufs Bild. Der Lehrer (Bildmitte) ist überrascht, seine Schüler hier anzutreffen.



Auftaktveranstaltung mit Begrüßung vom Geschäftsführer der Messe Rendsburg Stephan Gersteuer

Zur Eröffnung der Norla 2017 Grußworte von rechts nach links 
Christina - Johanna Paulsen - Schlüter Vorsitzende SH Tierzüchter
Präsident des Bauernverbandes Werner Schwarz, Stephan Gersteuer 
sowie Stadtpräsidentin Karin Wiemer-Hinz

Die Bläsergruppe Hohner Harde steht für den musikalischen Auftakt bereit
Minister Habeck darf auf der Norla nicht fehlen. Im Foto testet er die alte Apfelpresse.
Im Foto unten rechts der Parteikollege MdL Bernd Voß (Landwirt)

Alte Tierrassen von Schwein, Schaf, Ziege, Rind, Huhn und Pferd begeistern nicht nur junge Messebesucher:
Die alte Schweine Landrasse kommt auch beim Minister an


Die Interessenvertretung für alle Frauen in Schleswig-Holstein darf auf der Norla nicht fehlen.
Der LandFrauenVerband Schleswig-Holstein lädt alle Besucher in den LandFrauen-Pavillon ein.

 Präsidentin des Landfrauenverbandes Ulrike Röhr begrüßt u.a. Bauernpräsident Werner Schwarz und Claus Heller Präsident der Landwirtschaftskammer im Pavillon

Die Norla bietet attraktive Angebote für Kinder. Hier zum Beispiel kann nach Stärke in Lebensmitteln geforscht werden.
Natürlich dürfen Hohenasper auf der Messe nicht fehlen. Dorthe Reimers koordiniert die "Blaumeisen" also die Landfrauenschülerinnen, die reichlich Einsätze auf der Norla haben.

Hier wird den Besuchern die neueste Technik vorgeführt. Darüber in Kürze mehr.

Verhungern oder gar verdursten braucht auch auf der 68. Norla in Rendsburg niemand.

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Hohenaspe den 15.8.2017
Neue Regenwolken ziehen auf und deshalb noch schnell den Moment des Sommers in Hohenaspe festgehalten
Die Sonnenblumen wurden am Rand eines Maisfeldes von Eickes ausgesät.
Ich erkundige mich danach, ob die  Blumen im Rahmen vom Programm Ackerlebensräume angebaut wurden.
Die Anlage von Blühstreifen und -flächen hat sich bundes- und europaweit im Rahmen der Agrarumweltprogramme etabliert und so gibt es auch inzwischen finanzielle Unterstützung von der Landesregierung in SH.
Eickes haben sich nicht für dieses Programm beworben, da sie im Fall eines Vertragsnaturschutzprogramms auf 5 Jahre festgelegt wären. Außerdem war das dafür zur Verfügung stehende  Budget bereits ausgebucht. Info im Bauernblatt HIER
Vor ihrem Hofladen bieten Eickes nun zur Freude von zahlreichen Insekten und anderen Blumenliebhabern einen Sonnenblumen-Blühstreifen am Maisfeld aus eigener Initiative.
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Hohenlockstedt den 18.8.2017

Maisanbau als Mischkultur - wissen sie warum?

Auf einer Radtour bei Hohenlockstedt entdeckte ich ein Maisfeld der (für mich) besonderen Art.
Einen Blühstreifen am Maisfeld gibt es inzwischen häufiger zu finden (Bericht nach unten scrollen).
Aber hier entdeckte ich einen Acker mit Mais und Sonnenblumen als Mischkultur (ich bin extra in die Fläche gegangen, um herauszufinden, ob die Sonnenblumen auch im Maisfeld sind und sie sind).
Ist dies vielleicht ein Umdenken in der Vermaisung? 
Leider nein.
Es gibt unterschiedliche Gründe für diese Art des Anbaus
 Wie mir berichtet wurde, werden Mais und Sonnenblumen vereinzelt in Mischkultur aus folgendem Interesse angebaut:
Die Wildschweine haben sich dank der riesigen Maisfelder, in denen sie sich verstecken und ernähren können, rasch vermehrt.
 Für Jäger ist es fast unmöglich, die in einigen Gebieten zur Plage gewordenen Tiere auf den großen Flächen zu entdecken.
Da auch Wildschweine auf Sonnenblumen mit den leckeren Kernen stehen, suchen sie diese Flächen intensiver auf und sind so für die Jagd leichter zu orten. 
Anderseits können silierte Sonnenblumen die Gaserträge durch ihre hohen Ölgehalte erhöhen. In der Kombination von Sonnenblumen mit Mais soll sich die Silierbarkeit deutlich verbessern.

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Looft den 7.8.2017

Getreideanbau-Auswertung Kiel

Als ich mit dem Rad zum Betrieb radele, dem die Mutterkühe entwendet wurden, treffe ich auf einem Roggenfeld vor dem Hof zwei Herren, die Getreide vom Acker per Hand schneiden und in große Säcke füllen.
Ich komme mit den Männern ins Gespräch und sie erzählen mir, dass sie von der Landesregierung / Agrarstatistik im Auftrag vorab ausgesuchte Flächen nach dem zu erwartenden Ertrag kontrollieren. Die Ähren werden nun in ein Labor gebracht und nach Ertrag ausgewertet.
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Aus dem Polizeibericht vom 7.8

Looft: 3 Mutterkühe entwendet

Zwischen dem 24. Juli und dem 07. August wurden in Looft, Katstelle, von einer Weide 3 Mutterkühe (Limousin) gestohlen. Die Kühe waren mit entsprechenden Ohrmarken versehen. Zeugen melden sich bitte bei der Polizei in Schenefeld/MH unter 04892-899260. (Polizeidirektion Itzehoe)
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Archivfoto von der besagten Herde

Wie der Landwirt berichtete, wurde das Fehlen von 3 Mutterkühen erst jetzt bemerkt, da die 40 Limousin Rinder von der Koppel in Stallungen gebracht wurden. Es wird gemutmaßt, dass der Diebstahl der Mutterkühe in den letzten 14 Tagen vorgenommen wurde.
Da jedes Rind eine Ohrmarke besitzt, wird ein Weiterverkauf der entwendeten Tiere schwierig.
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Mehlbek den 26.7.2017

Digitalisierungsminister Robert Habeck auf Sommertour


Auf dem Gut Mehlbek hat sich hoher Besuch angekündigt.
Den alten und neuen Landwirtschaftsminister Robert Habeck hat es auf seiner Sommertour zum Gut Mehlbek verschlagen.
Durch die Digitalisierung ist Schleswig-Holstein mitten in einem Veränderungsprozess. 
Habeck stellt diese neue Technik in den Mittelpunkt seiner Sommerreise und so führte es ihn u. a. nach Mehlbek.

Auf dem Gut wird das Thema Digitalisierung gerade angepackt und das "Rosenberg-Team" informierte den Minister über Probleme und Fortschritte bei diesem Prozesses der Bewirtschaftung der
370 Hektar Ackerfläche und 19 Hektar Dauergrünland inclusive Mastplätze für 2330 Schweine (Jahreserzeugung von 6900 Mastschweine).
Die Welt ist im digitalen Aufbruch
Dr. Robert Habeck - Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung wurde vom Gutsbesitzer Alexander von Rosenberg herzlichst begrüßt.
Rosenberg benannte Habeck in seinem Grußwort als Dynamikminister, der sich den neuen Themengebieten annimmt.
Gern stellte das Rosenberg-Team ihre Versuche vor, die Digitalisierung auf dem Betrieb voranzutreiben.
Alexander von Rosenberg mit Betriebsleiter Helge Treuherz holten sich vor zwei Jahren Hilfe von der Fachhochschule Kiel Fachbereich Landbau mit Prof. Dr. agr. Yves Reckleben ein.
Dr. Robert Habeck wird vom Betriebsleiter Helge Treuherz  über die ersten Schritte der Digitalisierung der Ackerflächen informiert. 

Die Ackerfläche wurde vermessen. Eine Zonenkarte zeigt die unterschiedlichen Bodentypen in Farben an. Sie lässt Rückschlüsse auf Ertragsmengen und Wasserhaltbarkeit zu. Es wurden Bodenproben genommen. Die Drillmaschine konnte je nach Bodenbeschaffenheit mit der Saatstärke eingestellt werden, um einen gleichmäßigen Pflanzenbestand zu erhalten. Auch die Düngung kann den unterschiedlichen Zonen angepasst werden.
Im zweiten Schritt sollte die manuelle Arbeit der Einstellung an die Zonen von den Maschinen selbst unternommen werden.
Die Digitalisierten Daten können mit den Maschinen gesteuert werden, es ist aber kompliziert.
Zwar bieten Firmen Programme für gutes Geld an, aber in diesem Fall würden die Betriebe von den einzelnen Firmen abhängig sein. Da Betriebe Ackergeräte unterschiedlicher Maschinenhersteller in der Regel besitzen, fehlt es an  Kompatibilität, informiert Betriebsleiter Helge Treuherz.
Und auch Alexander v. Rosenberg bestätigt, dass die Programme der großen Firmen wie Jon Deere, Claas und Fendt an einer Kundenbindung interessiert sind. Weniger dagegen tun, um effiziente Verwendung von Saatgut, Düngemittel und Pflanzenschutzmittel einzusetzen.  
Außerdem würden die Daten auf einer Cloud weit weg vom Betrieb gespeichert und auch dies sei nicht im Interesse des Betriebes.
Die Investitionskosten für die Digitalisierung wären gleich beim Start mit einer Firma enorm.
Die Kosten des "Schritt für Schritt digitalisieren" sei in Zusammenarbeit mit Prof. Reckleben überschaubar, so der Gutsbesitzer.
Investitionskosten für die Aufrüstung vom Trecker belaufen sich auf  zirka 6000 - 8000 €uro. Beim Mähdrescher liegen die Kosten bei  zirka 15 000 €uro. Diese aufgebrachte Leistung wird derzeit noch nicht zurück-verdient und so soll eine Schrittweise Umstellung auf dem Gut vorgenommen werden.

Diese Informationen mit Ausführungen vom Prof. Reckleben sorgten für Diskussionsbedarf  mit dem Minister.
Vor dem Gutshaus (Baujahr 1710) der Familie Rosenberg von r. nach l. Mitarbeiter vom Gut Mehlbek Klaus Harders, Jan Hensel und Helge Treuherz. Minister Habeck, Alexander von Rosenberg, Prof.Dr. agr. Yves Reckleben, Joscha Blümel ( Fachhochschule Kiel) und Beatrice v. Rosenberg.
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Hohenaspe den 18.7.2017

Familie Eicke eröffnet Hofladen

Der Eickehof ist ein typisch schleswig-holsteinischer Familienbetrieb mit dem Schwerpunkt Milchwirtschaft. Dabei setzt die Familie seit Anfang des Jahres auf Direktvermarktung. Die frisch gemolkene Milch wird vor Ort pasteurisiert und ausgefahren. Seit dem Wochenende gibt es auf dem Betrieb einen Hofladen.
Volker Eicke führt nicht ohne Stolz sein neuestes Großfamilienprojekt vor, denn alle aus der Familie haben mit angepackt, um den Hofladen zu verwirklichen. 

Nachdem auf dem Milchviehbetrieb Eicke im Rolloh 3 in Hohenaspe am Jahresanfang eine Pasteurisierungsanlage direkt an den Stallungen der 130 Kühe aufgestellt wurde und die Milch in 1 und 1/2 Literflaschen zweimal wöchentlich in der Gemeinde Hohenaspe an Haushalte ausgeliefert wird (Bericht nach unten scrollen), wurde am Wochenende ein weiterer Schritt zur Direktvermarktung unternommen.
Ein liebevoll umgebauter ausrangierter Bauwagen dient nun als Hofladen der von 6 -21Uhr an jedem Wochentag zur Selbstbedienung genutzt werden kann. Nicht nur Vollmilch mit Erdbeer-, Vanille-, Banane-, Schoko- und Eiskaffeegeschmack kann hier seit neuesten erworben werden. Eier, Marmelade, Holunderbeersaft und Johannisbeersaft - alles Made auf dem Betrieb Eicke - sind im Hofladen erhältlich.
 Im Sortiment sind weiter Kartoffeln vom Hof Thurau aus Ridders sowie Apfelsaft vom Obsthof Semmelhaack  aus Neuendorf. Eickes setzen mit ihren Angeboten auf landwirtschaftliche Qualitätsprodukte der Region.
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Ende Juni 2017

Blütenmeer bietet gute Bedingungen

Was in der der Provence der Lavendel ist, ist bei uns die Pahcelia - jedenfalls farblich gesehen.
Ein Feld mit der blau-violett blühenden Phacelia in Richtung Hohenlockstedt (Bücken) ziert in diesen Tagen die Landschaft und verbreitet einen Geruch, der an Vanille erinnert.
Beim blühenden Blickfang  der etwa 60 Zentimeter hohen Pflanzen mit feingliedrigen stark behaarten Blättern, handelt es sich um Büschelschön, botanisch Phacelia, ein Wasserblattgewächs, das Landwirte im April oder Mai zur Begrünung ihrer Stilllegungsflächen ausgesät haben.
 Für den Landwirt ist die Phacelia nützlich. Sie sorgt für eine sehr rasche intensive Bodenbedeckung und verhindert Verunkrautung der Felder.
  Die Pflanze wird zur Gründüngung genutzt und eignet sich zur Vorbereitung einer Mulchsaat von Mais und Zuckerrüben im nächsten Jahr.

Aber auch den Insekten gefällt die Blütenpracht. Der Kleine Fuchs, Hummeln, Bienen und und und laben sich hier am großen Tisch.

Seit einiger Zeit ( ich habe es bereits in Dithmarschen an Möhrenfeldern fotografiert) wird Phacelia entlang der Acker- und Feldränder ausgesät, denn der blaue Blütengürtel hat sich als Insektenschutz bewährt.

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Mehlbek 19.6.2017
Dieses riesige Erbsenfeld kann an der Muldsberger Tonkuhle entdeckt werden.
Die Futtererbsenflächen sind eher selten in SH zu sehen. 2016 wurden in Schleswig-Holstein gerade mal  zirka 500  ha angebaut. Auch bei konventionell wirtschaftenden Betrieben wird die Futtererbse als Bodenverbessere genutzt. 
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3.Mai 2017 bei Marne

Kohlpflanzung in Dithmarschen

Landwirt Kreuzkamp aus Kronprinzenkoog pflanzt an diesem Tag auf einer Fläche von 5 Hektar mit seinem Team Spitzkohl und Blumenkohl. 

Erntebilder von dicken Kohlköpfen kennen wahrscheinlich die allermeisten, aber wie werden die Massen an Kohlpflanzen in die Erde gebracht?
Gestern hatte ich Gelegenheit zwei Betriebe bei den Pflanzungen  mit unterschiedlichen Maschinen zu begleiten.
Das größte zusammenhängende Kohl-Anbaugebiet in Europa befindet sich in unserer Nachbarschaft also in Dithmarschen an der Nordseeküste. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts werden hier auf 2.800 Hektar vor allem Kohlarten wie Wirsing-, Weiß- und Rotkohl angebaut.
Zuerst treffe ich auf ein Team von Pflanzern, die unterschiedliche Setzlinge (Rot- und Weißkohl) mit einer älteren Maschine in die Erde bringen. Es ist ein Versuchsfeld der holländischen Firma Rijk Zwaan, die auch neue Kohlsorten züchtet. Der Kohl wird von diesem Feld nach der Ernte im Herbst ausgewertet und gelangt nicht in den Handel.Samen bildet Kohl erst im 2. Lebensjahr.

 Der Abstand der Pflanzreihen beträgt 45 cm und der Pflanzabstand der Setzlinge je nach Sorte 30 bis 55 cm. Eine Kohlpflanze kostet Rund 5 Cent.
Hier wird Blumenkohl und Spitzkohl gepflanzt

 In Dithmarschen gibt es zwei Aufzuchtbetriebe für Gemüsepflanzen. Riesige Gewächshäuser zur Anzucht von Kohl findet man aber natürlich auch in Holland.
Die ersten Setzlinge werden je nach Sorte bereits im März in die Erde gebracht. Dann ist allerdings Flies vonnöten. Das Vitamin C haltige Gemüse ist ein starkzehrer und benötigt dementsprechend guten Boden und den gibt es im Marschland zu genüge.
Eine neuere Pflanzmaschine konnte gleich in der Nachbarschaft vom Versuchsfeld abgelichtet werden.
In horizontalen Bechern werden hier die Setzlinge von den 5 Mitarbeitern bestückt.
 Im exakt gleichbleibendem Abstand werden die 5 Wochen alten Pflanzen  in die Furche ausgestoßen.

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Heiligenstedten den 10.4.2017

Strukturwandel oder Agrarwende

Steuerungswirkung in der Landwirtschaft 

Die CDU mit den Abgeordneten Mark Helfrich (MdB) und Heiner Rickers (MdL) luden ein zum moderierten Gespräch mit Dr. Maria Flachsbarth (Mitglied des Deutschen Bundestages und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft).
Rund 50 Gäste informierten sich in Heiligenstedten im Gasthof Zur Erholung über die Ansätze der Konfliktlösungen in der Agrarpolitik aus Sicht der CDU/CSU.
Im Gespräch: v.r. Moderator Willem Lüschow (CDU Kreisverband), MdL Heiner Rickers, MdB Maria Flachsbarth sowie MdB Mark Helfrich.
Bundestagsabgeordneter Mark Helfrich startete den Abend mit einem Rückblick auf die Aktivitäten seiner Partei in Fragen  der Agrarwirtschaft. Themen waren, Glyphosat, Milchpreiskrise und wie die Agrarpolitik 2020 aussehen soll. Zur Diskussion stand, wie viel Markt verträgt Landwirtschaft?  Wie kann  Landwirtschaft unterstützt werden und welche  Rahmenregeln sind zu setzen, damit Landwirtschaft in Deutschland existieren kann, wie wir es als Gesellschaft  wollen.

Aus Hannover war Dr. Maria Flachsbarth angereist, um Rede und Antwort den Landwirten und Landwirtinnen vor Ort zu geben. 
 Auf dem Weg legte sie einen Zwischenstopp in Ahrensbök ein,  wo sie mit Landwirten sprach und  selbst hergestelltes Bauernhof-Eis  kosten durfte. 

In ihrem Vortrag verdeutlichte die Abgeordnete, dass Politik und Berufsstand sich für eine Akzeptanz der Bevölkerung einsetzen muss.
 Hohe Standards sind nötig, um wettbewerbsfähig arbeiten zu können.
 Es gibt eine Bundesrat-Initiative, die die 2. Säule mit 6% aus der 1. Säule stärken möchte, dieser Antrag liegt inzwischen beim Bundestag vor und wird von der CDU/ CSU in Mehrheit abgelehnt und so wird der Gesetzentwurf aller Wahrscheinlichkeit nicht durchkommen.
Auch in Brüssel will die Partei die erste Säule gestärkt wissen. Ob die Mittel von dieser Direktzahlung auch weiter aus Brüssel fließen werden ist fraglich, da durch den Ausstieg des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union (Brexit)  der Agrartopf in Brüssel kleiner geworden ist.  Außerdem wird es neue Politikfelder wie Außensicherung der Grenzen, Integration und Fluchtursachenbekämpfung geben. Das Fazit von Maria Flachsbarth ist hier: „ Wir müssen mit der Gesellschaft in einen vernünftigen Dialog treten, um unsere berechtigten Forderungen letztendlich gelten zu machen“.
In der Landwirtschaft zeigt sich derzeit ein rasanter Strukturwandel ab. Von 1990 bis 2016 haben 33% laut Flachsbarth der Milchviebetriebe bundesweit aufgegeben. In SH waren es mit 16,5 % weniger Milchviehbetriebe, die resignierten. Die Tierbestandszahl an Milchvieh blieb dagegen gleich.
Nach dem Vortrag durften Fragen gestellt werden, was von den Gästen auch reichlich in Anspruch genommen wurde.
Der Landtagsabgeordnete Heiner Rickers wurde angekündigt.
Der Fachmann für Landwirtschaft musste sich an diesem Tag "zweiteilen", da zeitgleich eine Podiumsdiskussion zum Thema Energiewende im IZET seine Anwesenheit verlangte.
In Kiel fehlt Rickers die Fachlichkeit in der Agrarverwaltung. "Ökologen und Volkswirte würden dort Zurzeit die Oberhand haben und die machen uns das Leben schwer", so Rickers, der sich nach dem 7. Mai eine Wende erhofft.
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Wilster den 16.2.2017 Kreisbauerntag

Welthandel - Chance und Risiko in einem 

Da wo vor wenigen Tagen im Saal des Colosseums eine bunte ausgelassenen Faschingsveranstaltung stattfand, ging es an diesem Vormittag sehr viel ernster zu.
Der Weltmarkt mit dem Handel landwirtschaftlicher Produktion und gleichzeitiger Pflege der begrenzten natürlichen Ressourcen sind Themen unserer Zeit.
Landwirte sind derzeit einem Preisdruck sowie Anfeindungen ihres Berufsstandes ausgesetzt. Der Lebensmitteleinzelhandel / die Politik fordern immer höhere Standards. Neue Verordnungen belasten die Betriebe.
Wie in Zukunft besser mit Höhen und Tiefen in der Landwirtschaft umgegangen werden kann und warum der Welthandel für die Landwirtschaft eine immer wichtigere Rolle spielt, darüber informieren in Vorträgen Junglandwirt aus Kellinghusen Niels Bartels und als Hauptreferenten Prof. Dr. Sebastian Hess von der Christian Albrechts-Universität Kiel und Ernst-Walter Meyer vom Berufsbildungszentrum - Fachgruppe Landwirtschaft in Segeberg
Der Kreisvorsitzende vom Bauernverband Peter Lüschow begrüßt im Colosseum im Wilster 250 Landwirte und geht gleich zum Thema des diesjährigen Bauerntages über:
"Regionale Vermarktung der Produkte aus der Landwirtschaft vor Ort -  ob ökologisch oder konventionell - ist lobenswert und mit viel Arbeit verbunden, aber die großen Mengen, die bei uns in SH produziert werden, müssen verkauft werden und der Landwirt macht die Preise für seine Produkte nicht allein."
 Prof. Dr. Sebastian Hess - Wie werden die Weltmärkte auf die derzeitige Veränderung reagieren?

Landwirt Bartels verdeutlicht seine Aussage an vielen landwirtschaftlichen Produkten. Vom Export und Import profitiert die Landwirtschaft und besitzt durch den freien Handel riesige Möglichkeiten.
"Über die regionale Vermarktung können nur Teilmengen abgesetzt werden, darum müssen wir überschüssige Mengen auf dem Weltmarkt vermarkten". Bartels weiter: " Es wird gesagt, der Landwirt sollte ein zweites Standbein haben, um Krisen zu meistern, aber immer daran denken, was man macht, muss man gut machen, sonst wird es keinen Erfolg geben."
Bartels selbst würde den Verkauf seiner gesamten Milchmenge niemals für ein Jahr abschließen. Es sollte nur in Teilmengen abgeschlossen werden, so der Betriebsleiter.( In der nachfolgenden Collage im Bild oben links)

Mit dem Austritt von Großbritannien aus der Europäischen Union und der neuen Handelspolitik der USA werden neue Weichen gestellt, informiert Referent Hess.
Mit Hilfe einer Grafik verdeutlicht Hess, dass man sich dem Welthandel kaum entziehen kann.
" Die Anteile der chronisch unterernährten Bevölkerung sind noch immer in den Ländern am Größten (Beispiel südl. Afrika - Teile von Süd-Asien ), wo die wirtschaftlichen Aktivitäten gering sind".
Im Welthandel sind globale Standards gefragt
Ernst Walter Meyer: "Ein guter Unternehmer muss seine Entscheidungen auch ohne Fakten treffen"
Um Krisen gewappnet zu sein, sollten Rücklagen gebildet werden.
Dem Segeberger ist besonders wichtig, dass die Landwirte auf ihre Gesundheit achten. "Leistungsfähigkeit muss erhalten bleiben", appelliert Meyer an alle Betriebsleiter. Es sei enorm wichtig, die Partnerschaft zu pflegen. Streitigkeiten sind immer schlecht für den Betriebserfolg.
 "Erfolgreich ist, wer seine individuellen persönlichen Ziele und seine betrieblichen Ziele auf einen Nenner bringen kann", ruft Meyer in Erinnerung.
 Die Schweinehalter hätten schon immer mit großen Preisschwankungen zu tun gehabt und so verstehe Meyer selbst nicht die vergangene Diskussion um die Milchpreise. (Inzwischen wieder steigend)

Als Meyer als Berufsschullehrer Fachrichtung Agra startete gab es 4000 Schweinemastbetriebe in SH. Zurzeit sind es noch verbliebene 1000 Betriebe. Auf Nachfrage, ob sich die Tierzahl verändert hätte, verneinte der Referent.
im Bild von rechts nach links:Klaus-Peter Lucht, Vizepräsident im Bauernverband und Kreisvorsitzender von Rendsburg-Eckernförde, Ernst Walter Meyer, Sebastian Hess und Peter Lüschow.
Zum Schluss der Veranstaltung wurde ein neu produzierter Videospot vorgeführt. Mit dieser demnächst anlaufenden Aktion, will der Bauernverband in der Bevölkerung eine größere Wertschätzung für den Landwirt bewirken.
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Aus der Pressemitteilung von Dr. Karin Thissen:

Berlin, 7. Februar 2017

Die Geflügelgrippe ist keine Erfindung der Neuzeit

Die Bundestagsabgeordnete Dr. Karin Thissen besuchte heute einen von der Geflügelgrippe betroffenen Betrieb im Kreis Steinburg, um sich aus erster Hand über den Sachstand und die Auswirkungen auf das Unternehmen zu informieren. 
„Ich höre häufig, Tierseuchen, wie zum Beispiel die Geflügelgrippe, seien „früher“ nicht aufgetreten. Epidemien unter Geflügel, Schweinen oder Rindern sind keine „Modeerscheinung“ der Neuzeit.

 Im Gegenteil,  Seuchenzüge unter landwirtschaftlichen Nutztieren sind seit der Antike bekannt“, erläutert die Veterinärmedizinerin und SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Karin Thissen.
 „Die Folgen für die Menschen waren verheerend: Die Menschen litten Hunger, es fehlten Fleisch- und Milchprodukte, aber auch Rohstoffe für Kleidung und Häuserbau; über Jahre musste der Bestand wieder sorgsam aufgebaut werden.“
Auch die Geflügelgrippe ist nicht „urplötzlich in großen Geflügelbeständen“ entstanden, sondern wurde bereits 1878 in Norditalien diagnostiziert. 


Um die Menschen vor solchen Seuchenzügen mit nachfolgenden Hungersnöten zu bewahren, entstand vor ungefähr 250 Jahren aus den Hufschmieden der Berufszweig der Tierärzte.
Dank staatlicher Seuchenbekämpfung konnte so manche Tierseuche, zum Beispiel die Rinderpest, in Europa ausgemerzt werden.
 Die angeordnete Stallpflicht für bestimmte Tierarten trägt erheblich dazu bei, Übertragungsmöglichkeiten zu minimieren. 
Der Erreger der Geflügelgrippe kann auch indirekt übertragen werden. Daher sollte die Anleinpflicht für Hunde und der „Hausarrest“ für Katzen befolgt werden.
 „Es mag hart klingen, dem eigenen Haustier den gewohnten Freilauf zu verwehren,“ meint Karin Thissen, „doch sie werden es überleben und jeder Tierarzt gibt auf Nachfrage Tipps, wie man seinem Tier Abwechslung verschaffen kann.
Wenn dadurch die weitere Verschleppung der Seuche und die Keulung von zehntausenden Hühnern und Puten verhindert werden kann, sollte das jede Mühe wert sein.
 Ich wünsche mir, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher den betroffenen Betrieben die Treue halten und wieder dort einkaufen, sobald diese wieder produzieren dürfen.“

Zum derzeitigen Stand der Geflügelpest informiert die Landesregierung SH HIER

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Februar 2017

Politik mit Bauernregeln 

  Derzeit sind Bauernregeln im Netz angesagt. 
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD)sorgt mit ihrer neuesten Kampagne  für Empörung.
Mit bunten Blumen und ländlichen Motiven umrandet - nach Art der Bauernregeln - sind Slogans wie  "Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein" oder "Haut das Ackergift die Pflanzen um, bleiben auch die Vögel stumm." Mehr HIER

" Das ist eine bewusste Absage an jede Form der sachlichen Zusammenarbeit - Sie machen sich damit zur Handlangerin der Tierhaltungsgegner", schreibt der Bauernverband Schleswig-Holstein mit Adresse an Frau Hendricks und fordert die Kampagne, die aus Steuergeldern für  1,6 Millionen Euro finanziert wird, zu beenden. 

Auf Facebook sind nun jede Menge Bauernregeln zu finden, die von Landwirten verfasst wurden:
Zum Beispiel: "Bauern-Bashing platt und dumm - hochbezahlt vom Umweltministerium" oder
" Schließt der Bauer Hof und Stall, brachten die Umweltauflagen ihn zu Fall."

Inzwischen wurde das Projekt eingestellt
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24.1. Süderau 2017

An die 20.000 Puten müssen getötet werden

Der Ausbruch eines aggressiven neuen Geflügelpest-Virus in einem Putenmastbetrieb im Kreis Steinburg lässt Schutzmaßnahmen in Kraft treten.
Der Himmel ist wie die Landschaft in diesen Tagen: Grau in grau und spiegelt nach meinem Eindruck auch die Stimmung der Region wieder.
 Schwere wirtschaftliche Folgen für die Mäster entstehen. Das Virus sorgt für einen schnellen Tod. So oder so.
Innerhalb kurzer Zeit sind die bereits ausgewachsenen Tiere am Befall verendet. Der Bestand wird nun um ein Ausbreiten zu vermeiden, gekeult - soll heißen: Die Tiere werden in einem Container mit CO2 vergast.

Was passiert zeitgleich mit den Wildvögeln?
Desinfektionsschleuse vor dem Betrieb in Süderau
Die Wege und Straßen sind in diesem Gebiet nur für Anlieger frei. 
Einsatzkräfte der FFW aus dem gesamten Kreis sind abwechselnd im Einsatz.

 Landrat Torsten Wendt und Landwirtschaftsminister Robert Habeck machen sich ein Bild und  informieren die Presse über die eingeleiteten Maßnahmen. Sie bedanken sich bei den Einsatzkräften der Feuerwehren aus dem Kreis Steinburg, die hier ihren Dienst leisten.

Der hochpathogene Geflügelpesterreger des Subtyps H5N5 wurde hier erstmals in einer Geflügelhaltung in SH festgestellt.
Es ist bislang ungeklärt, wie der Erreger in die Stallungen gelangen konnte
Das Friedrich-Löffler-Institut hat auf Bitten des Landes ein Experten-Team in den Kreis Steinburg geschickt, um die Ursache des Ausbruchs zu klären.
 "Es gilt, alle möglichen Eintrags- und Verbreitungswege zu untersuchen. Dazu gehören unter anderem Einstreu, Futter, Handels- und Transportwege sowie Betriebsmanagement", sagte Landwirtschaftsminister Robert Habeck.
 Bei H5N5 handelt es sich nach Einschätzung des FLI um ein Mischvirus. Bislang wurden weltweit noch keine Fälle von Infektionen mit H5N5 beim Menschen beobachtet.
Um die Tiere zu schützen, gelten die Stallpflicht und die Biosicherheitsmaßnahmen unverändert.
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Kiel den 17.1.2017

Förderpolitik der Landwirtschaft in Schleswig-Holstein

Blick vom 12. Stockwerk des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume SH auf die Kieler Förde

Für Ökolandbau und Vertragsnaturschutz sollen höhere Fördergelder fließen

 Minister Robert Habeck und Hermann - Josef Thoben ( Vorsitzender der Akademie für ländliche Räume in SH) auf der Pressekonferenz im Kieler Landwirtschaftsministerium. Leider versagte mein Blitzlicht für diese Aufnahme und ewig Zeit hatten die Herren dann auch nicht. Sorry!

Der Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume informierte über die Umschichtung der EU-Fördermittel.

 Die an diesem Vormittag beschlossene Bundesratsinitative im Kieler Kabinett, sieht eine Änderung der Direktzahlung in der Landwirtschaft vor.
Es sollen Fördermittel aus der sogenannten ersten Säule (direkte Prämien an die Landwirte, gemessen an Hektaren) in die zweite Säule (Europäische Landwirtschaftsfonds für Entwicklung des ländlichen Raums, kurz ELER) umgeschichtet werden.
Diese Gelder der 2. Säule können und werden politisch ausgerichtet, eingesetzt.
In SH im Sinne einer ökologischen und tierfreundlichen Landwirtschaft, so der Landwirtschaftsminister Habeck.
In Zahlen geht es hier jährlich um eine Summe von 14 Millionen Euro für SH.
Pro Hektar erhält der Landwirt je nach Agrarstruktur eine EU -Fördersumme in SH von knapp 300 Euro jährlich. Durch die Umverteilung auf die 2. Säule werden es um die 30,-€ a Hektar weniger sein. Die umgeschichteten Fördergelder werden zurück in die ökologisch geführte Landwirtschaft fließen.

Weiter informierte Habeck über die Förderung des ländlichen Raumes:
Alle Orte und Landstriche mit einer Einwohnerzahl unter 35.000  (also 98 % des Landes SH) unterstützt ein Förderprogramm für zum Beispiel Infrastruktur, Bildung, Nahversorgung und Kultur.
Die Mittel im Landesprogramm ländlicher Raum (LPLR) des Landes Schleswig-Holstein wurden in der neuen EU-Förderperiode  vorn rd. 90 auf 120 Mio. Euro erhöht.
Davon sind 43 Millionen gebunden.

Hermann - Josef Thoben in der Position als Vorsitzender der Akademie für ländliche Räume in SH informiert in diesem Zusammenhang über die Ziele des Vereins, der die Erhaltung und nachhaltige, eigenständige Entwicklung der ländlichen Räume unterstützt.
Auf der Internationalen Grünen Woche 2017 wird die Akademie e.V. (ALR) mit dem Jugendprojekt Circus UBUNTU aus dem Kreis Steinburg für beeindruckende kulturelle Beiträge in Halle 4.2. (Lust aufs Land) sorgen. 
Es sollen gelungene Projekte und innovative Lösungen in ländlichen Räumen der ALR in den Themenfeldern Bildung, Beteiligung und Gemeinschaft präsentiert werden.

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Hohenaspe den 6.1.2017

Milch von nebenan

Es ist lange her, seit der Milchmann mit seinem zum Teil noch vom Pferd gezogenen Wagen vorfuhr und den Kunden frische, unkonservierte Milch zur Türe brachte.
Foto:  Hohenaspe um 1960 - Heinz Kähler fährt Milch aus.

Anfang der 60iger hieß es: „Wann immer sie die Chance haben, einen Milchmann zu sehen, grüßen sie ihn freundlich. Es könnte das letzte Mal sein.“

Weit gefehlt, denn Landwirt Volker Eicke aus Hohenaspe lässt die alte Dienstleistung in Hohenaspe seit kurzem wieder aufleben.

90 Liter Vollmilch werden von Volker Eicke an diesem Vormittag mit seinem Milchmobil ausgefahren

Landwirt Volker Eicke bewirtschaftet mit  Ehefrau Franziska, Senior Heine (Heinrich) und  Karin Eicke den Hof in Hohenaspe zu viert. Eingebunden im  Betrieb sind Kinder Ben und Noreen, sowie Uroma Marga.
Den Hof in Hohenaspes Dorfstraße hat der 36 jährige Landwirt 2013 von seinem Vater Heine übernommen und ist damit die vierte Generation, die auf dem inzwischen  ausgesiedelten Betrieb im Rolloh 3, Landwirtschaft betreibt.
 130 Milchkühe mit eigener Nachzucht stehen in modernen Stallungen und dürfen in den Sommermonaten auf dem am Stall gelegenen Koppeln grasen.
 Zum Betrieb gehören 96 Hektar Land in Hohenaspe und  24 Hektar in der Wilstermarsch.
Als die Milchpreise im letzten Jahr im Keller gingen, überlegte sich Volker Eicke eine eigene Vermarktung seiner Milch.
Cousin Olaf Maaß betreibt beim Hungrigen Wolf sehr erfolgreich eine Milchtankstelle, mit Rohmilch zum Selbstzapfen.
Da Eickes Hof nicht verkehrsgünstig liegt, stand für die Familie fest, das kann nicht unser Konzept sein.
Eine neue Vermarktungsidee musste gefunden werden und eine Alternative wurde aufgegriffen.
Das Pasteurisieren  der Milch vor Ort wurde dank der Milchtechnik von der Firma Busch Milchtechnik aus  Albersdorf und der Förster-Technik  mit dem Kleinpasteur für Rohmilch umgesetzt. 
Im aufgestellten  Container auf dem Hof Eicke steht nun eine Anlage, die die Milch in 20 Sekunden auf 72,5° erhitzt und anschließend sofort  auf 5 ° runter kühlt. Mit diesem Pasteurisierungsvorgang  wird die Milch 7 Tage haltbar gemacht. 600 Liter und mehr fasst der aufgestellte Kühltank.
Abgefüllt wird in 1 Liter Flaschen und nach Bedarf in 10 Litereimern. Die Milch kann auch als Erdbeer- und Vanillemilch bezogen werden.

 Die Anlage wurde vom Veterinäramt geprüft und abgenommen.  
Das Veterinäramt gab zahlreiche hilfreiche Tipps für Landwirt Eicke, der sich im Vorfeld Betriebe angeschaut hat, die eine solche Anlage in SH bereits zur Direktvermarktung der Milch erfolgreich einsetzen.
 In Schleswig – Holstein gibt es inzwischen sieben Betriebe, die das Pasteurisieren zum Verkauf ab Hof einsetzen.
Die kostenfreie Auslieferung der Milch findet bei Eickes immer dienstags und freitags statt.
Bestellungen werden montags und donnerstags bis 15 Uhr unter der Nr. 0172 . 925 43 67 oder 04893 . 376 88 83
 auch gern per WhatsApp angenommen.
 Ausgeliefert wird vorerst nur in Hohenaspe.
Die Milch kann auch auf dem Hof Rolloh 3 in der Zeit zwischen 16:30 – bis 18 Uhr abgeholt werden.
Der Liter Milch kostet 1,30 Euro (Erdbeer- und Vanillemilch 1,80 €) und besitzt einen Fettgehalt von zirka 4,2 % Fett.
Für die Glasflasche wird ein Pfand von 1,- € berechnet. Zurück nehmen Eickes die vorgesäuberten Flaschen ohne Deckel.
Obwohl  Familie Eicke bislang kaum Werbung für ihre Direktvermarktung der Milch gemacht hat, freuen sie sich über die zahlreichen Bestellungen.
Ab nächster Woche wird die Grundschule  und der Kindergarten in Hohenaspe mit ihrer Milch beliefert.

 In der Schulpause am kommenden Dienstag den 10.1.werden Becher mit Milch ausgegeben, die per 10 er Karte für 5 € erhalten werden können. 
Zur Webseite des Unternehmens geht es HIER

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Oldendorf/ Bekdorf/ Krumendiek und Mehlbek den 17.Dezember 2016

Zugvögel, die keine mehr sein wollen

Foto vom 27.1. 2017

Was machen eigentlich die Störche auf dem Hof Mahn bei Oldendorf?, wollte ich schon vor einiger Zeit wissen und erst heute fuhr ich spontan zum abseits gelegenen Hof  zwischen Oldendorf und Bekdorf. Dort traf ich zwar nicht die Störche, dafür aber Hofbesitzer Heino Mahn an, der mir Auskunft geben konnte.
Wie auf diesem Blog unter September berichtet, ist ein Strochenpaar im Herbst nicht abgeflogen und so interessiert, wie es den Hiergebliebenen ergeht. Ob sie ihren Entschluss bereut haben, kann ich sie leider nicht persönlich fragen oder sind sie vielleicht doch noch abgeflogen?
Eisig kalt war es in unserer Region bislang noch nicht, aber dieses trübe, nasskalte Wetter würde ich persönlich einem Winter am Mittelmmeer nicht vorziehen.
Der männliche Storch vom Horst Mahn ist, wie berichtet, nun schon den 2. Winter über im Kreis Steinburg geblieben.
Irgendwie muss er seine Lebensabschnittsgefährtin überredet haben, zu bleiben, denn auch sie landet nach wie vor Abend für Abend laut Mahn auf dem Nest.
Das Paar fliegt schon in der Früh auf die Flächen an der Bekau zur Futtersuche und am Abend zwischen 16 und 17 Uhr kommen sie heim.
Wenn es schon ganz dunkel ist, verlassen sie nie den Horst, um sich von Heino Mahn ein paar Leckerbissen abzuholen. Da Mahn meistens erst spät von der Arbeit kommt, erübrigt sich dann das Zufüttern.
Ein einziges Mal hat das Storchenpaar zur Futtersuche in diesem Winter tagsüber den Horst nicht verlassen. Es soll sehr neblig und kalt gewesen sein.
 Als Heino Mahn ihnen an diesem Tag etwas zum Fressen anbot, kam auch die Storchendame (beide im gebührenden Abstand) und holten sich die abgelegten toten Küken.
Leider konnte ich das Paar bei der Futtersuche an der Bekau nicht entdecken.
Ein Reh und ein paar Schafe waren für mich die einzigen zu beobachteten Tiere in einer trüben Landschaft.
 Auf dem Heimweg stoppe ich bei Mehlbek.
Hier warten an einem Feld mehrere Lkws darauf, beladen zu werden.
 Zirka 700 Tonnen Zuckerrüben, die auf einer 10 Hektar großen Fläche im Herbst geerntet wurden, werden nun in zirka 30 Lkw-Ladungen abtransportiert.
In einen Lkw passen ungefähr 23 Tonnen Zuckerrüben, die nach Beladung direkt nach Uelzen zur Zuckerfabrik gefahren werden. Das ist eine Strecke von 162 Kilometer.
Der Zuckergehalt einer Rübe liegt im Durchschnitt bei 18%.
Der Preis für einen Kilo Zucker liegt derzeit bei 0,65 bis 0,95 € und so frage ich mich, wie die Gewinnmarge bei diesem Lebensmittelrohstoff nach so vielen Arbeitsabläufen wohl aussieht.
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Hohenaspe den 14.11.2016

Engagierter Landwirt aus Hohenaspe

Ausgediente Silofolie wird von Hermann Eggers gesammelt und zur Wiederverwertung verkauft. Der Erlös kommt in diesem Jahr dem Kindergarten zu gute.

Der Gast wird in der Morgenrunde von den Kindergartenkindern mit einem Willkommenslied empfangen

 Vor 20 Jahren hat der Hohenasper Landwirt Hermann Eggers damit begonnen, jährlich die ausgediente Silofolie der landwirtschaftlichen Betriebe aus Hohenaspe entgegenzunehmen.
Im Mai vor dem ersten Schnitt sammeln sich an die 10 Tonnen Plane in Hohenaspe an.
Beim Start der Sammelaktion vor 20 Jahren übernahm noch die Gemeinde die Kosten für die Entsorgung.
Seit 5 Jahren erhält der Landwirt Geld für die besenreine Siloplane, denn sie wird inzwischen wiederverwertet. 

"Mit der Aufarbeitung entsteht über die Sammelaktion inzwischen eine funktionierende Kreislaufwirtschaft, die die Umwelt schützt und finanzielle Möglichkeiten für ein soziales Engagement schafft", freut sich Initiator Hermann Eggers.
Unterstützt wurden mit dem Geld aus diesem Topf in den Jahren die örtliche Feuerwehr mit der Jugendwehr, der Hegering 6 und in diesem Jahr erhält der Kindergarten in Hohenaspe 150,- €.
Kindergartenkind und die Leiterin vom Kindergarten Nathalie Hillbricht nehmen dankend die Spende von Hermann Eggers entgegen

Die Kinder vom Kindergarten dürfen sich nun überlegen, wie sie die Spende anlegen wollen. Wahrscheinlich wird die Bastelausstattung damit erweitert.
Als Dankeschön wird von den Kindern das Rollenspiel mit Lied vom St. Martin vorgetragen. Sehr eifrig sind alle Kinder dabei.
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Grevenkop den 25.9.2016

50 Jahre Grevenkoper Pute

Familienbetrieb Klüver feiert Jubiläum
Als das Familienunternehmen Klüver vor 50 Jahren mit der Putenmast begann, zeigten Hans und Christel Klüver Weitsicht und leisteten Pionierarbeit. Heute leitet den Betrieb Sohn Tim mit über 30 Angestellten. Pro Jahr werden inzwischen 80.000 Tiere geschlachtet und vermarktet. Die Schlachtung vor Ort bewahren die Tiere vor Stress und die schnelle Fleischverarbeitung garantiert eine Frische der Produkt.
Eine Halle, in der ansonsten Küken aufgezogen werden, wurde für das Fest aufwendig dekoriert und mit Tischen und Stühlen ausgestattet.
Grußworte hielten (Foto der Reihen nach): Volker Susemihl (2. stelv. Kreispräsident), Ewald Drebing Geschäftsführer des Moorguts Kartzfehn (Elterntierfarm für Puten), Präsidenten der Landwirtschaftskammer Klaus Heller sowie Tierschutzbeauftragter der Landesregierung Prof.Dr. Edgar Schallenberger.

Klaus Heller gratulierte in seiner Ansprache dem Familienunternehmen zur vor 50 Jahren getroffenen mutigen Entscheidung mit hohen Qualitätsansprüchen neben der Aufzucht und der Putenmast auch die Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung selbst in die Hand zu nehmen. 
" Als Sie damals anfingen, wurde noch kein frisches Putenfleisch verkauft, sondern nur gefrorene Unterkeulen aus den USA als saisonales Erzeugnis eingeführt. Inzwischen hat sich das magere Putenfleisch durch Zerlegung und Weiterverarbeitung zur ganzjährigen Delikatesse entwickelt", so Klaus Heller in seinem Grußwort. 
Betriebsbesichtigung mit Tim Klüver (Bildmitte) und links Prof.Dr. Edgar Schallenberger

Auf der Jubiläumsfeier mit 140 geladenen Gästen, wurde das Unternehmen auch in der Historie präsentiert. Eine Betriebsführung vorbei an den Stallungen, durch die Schlachterei bis hin zum eigenen Hofladen ließen für den Besucher einen Einblick im Ablauf des erfolgreichen Betriebes zu.

Die Küken benötigen eine Temperatur von 34°, wenn sie geliefert werden.
Schon die ersten 200 Putenküken vor 50 Jahren (1966) erhielten die Klüver vom Moorgut Kartzfehn 
Fotos aus dem Archiv. Die Aufnahmen durfte ich bei einem Besuch vor zwei Jahren, ohne vorheriger Anmeldung aufnehmen.
In der 5 wöchigen Aufzuchtphase können sich die Küken frei im ganzen Stall bewegen, dessen Boden mit  kontrollierter Späne abgestreut ist. 
In der Mast sind die Puten dann 15 bis 17 Wochen bei Stroheinstreu. Die Tiere erhalten in dieser Zeit unterschiedliche Futtersorten und werden ab der 15 Woche geschlachtet.
Vor der Schlachtung werden die Puten von einem amtlichen Tierarzt begutachtet.
Auch während der Schlachtung wird amtlich kontrolliert.
Die elektrische Betäubung vor der Schlachtung verläuft nach Tierschutzbestimmungen.


Tim Klüver informiert: " Insgesamt sind auf dem Hof in Grevenkop zwei Betriebe ansässig. Einmal der landwirtschaftliche Betrieb -Tim Klüver- mit der Putenmast und dem Ackerbau. Zur Grevenkoper Puten GmbH gehört der Schlachtereibetrieb mit der gesamten Vermarktung.

Hier geht es zur Diashow mit Eindrücken der Veranstaltung:




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Westerdeichstrich den 20.9.2016

 Kohlanschnitt  auf dem Bioland-Hof der Gebrüder Langmaack bei Büsum 

Zirka 5000 Besucher ergriffen die Gelegenheit, den feierlichen Kohlanschnitt vor den Toren Büsums live mitzuerleben und die Dithmarscher zeigten sich als gute Gastgeber.
Ein buntes Unterhaltungsprogramm wurde auf dem Hof Langmaack geboten und Kohlköstlichkeiten standen als Speisen reichlich zur Wahl.

Beim diesjährigen Kohlanschnitt im Rahmen der Dithmarscher Kohltage nahmen die aktuellen Kohlregentinnen Maren I., Silke I. und Gast Rapsblütenkönigin Jessica von Fehmarn den ersten offiziell geschnittenen Kohl vom Kreispräsident Hans Harald Böttger entgegen.
Dr. Robert Habeck Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume freut sich mit den Dithmarscher Kohlbauern darüber, dass das Wetter nach einer schlechten Anlaufzeit in den letzten Wochen hält und so noch eine qualitative gute Kohlernte eingefahren werden kann.
In der Begrüßungsansprache berichtet Karl-Albert Brandt (Gemüseanbauverband Dithmarschen), dass in diesem Jahr höchstens eine durchschnittliche Kohlernte erwartet wird. Durch die sonnigen letzten Wochen, besitzt der Kohl aus Dithmarschen aber eine gute Qualität und so sind die Gemüseanbauer vor Ort zufrieden, auch wenn es in diesem Jahr keine 80 Millionen Kohlköpfe einzufahren gibt.
Der traditionelle Kohlanschnitt feiert in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag. Einen lesenswerten Bericht gibt es im Netz HIER
Im Vordergrund des Fotos Renke Langmaack, der mit seinem Bruder Oliver auf ihrem Bioland-Hof gut 17 Hektar Kohl in 6 jähriger Fruchtfloge anbaut. Die Zwischenfrucht Kleegras in unterschiedlichen Sorten wird von nicht eigenen Schafen abgeweidet. Tierbestand bei den Langmaacks: Drei Hunde.
Große Hallen auf dem Hof sorgen für die Kühlung des Gemüses (Möhren und Kohl) bei fast 0 Grad.
Seit 15 Jahren bewirtschaften die Brüder den Hof gemeinschaftlich nach Bioland- Richtlinien.

Hier geht es zur Diashow mit Eindrücken der Veranstaltung


Gleich in der Nachbarschaft vom Hof Langmaack wird bei schönstem Wetter kein Kohl, sondern es werden Möhren eingefahren. Da ich selbst keine Vorstellung von dieser Ernte im "großen Stil" habe, stoppe ich den Pkw und schaue mir die Ernte an.
Wie bei den Langmaacks werden hier Biomöhren angebaut und nun geerntet.
Die Möhren wurden für Firma Hipp Holding, die Babynahrung herstellt, größtenteils angebaut.

Eine 8 Hektar große Fläche mit dem Biogemüse wird an diesem Tag vom Feld geerntet und auf dem Hof Carstens (Westhof) gelagert.
Die Möhren werden nicht wie der Kohl per Hand geschnitten, sondern maschinell geerntet.

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Rendsburg den 2. Sept.2016
In diesem Jahr konnte ich wegen eines Fotoauftrags den Bauerntag in Rendsburg nicht besuchen, was ich selbst sehr bedauerlich fand.
In der SHZ geht es zum Bericht vom Landesbauerntag 2016 HIER
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Rendsburg den 1. Sept.

 Norla 2016

Einen ausführlicher Bericht mit Fotos ist HIER  auf diesem Blog einzusehen.
Der Minister kostet die Milch, die ihm Hans Möller vom Vorstand der Horst eG reicht

Der Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Robert Habeck kostet Milch aus dem Kreis Steinburg. Auf der Norla ist die Meierei Horst aus Horst  mit einem Stand präsent. Ein Video vom Unternehmen gibt es HIER
Die Meierei Horst eG ist eine Genossenschaftsmeierei.
Familienbauernhöfe aus dem Kreis Steinburg liefern täglich ihre Milch an die Genossenschaft, wo diese am selben Tag noch frisch und schonend verarbeitet wird.
Konsumenten und Milchbauern können sich direkt beteiligen.

Landwirtschaft im Wandel - War früher alles besser?

Die Landwirtschaftskammer auf der Norla ist mit dem Thema „Vorurteil Landwirtschaft: Früher war alles besser!?“ in der Kammerhalle und auf dem Außengelände mit Fachwissen entgegentreten. 
Agrarwirtschaft früher und heute. Mit Fotos erinnert eine Ausstellung an das Arbeiten in der Landwirtschaft an eine Zeit, in der Arbeitsschutz und Tierschutz noch nicht das Thema waren. 



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Hohenaspe den 16.8.2016

Getreideernte

Die Gerste eines Feldes von Hauschildts in Hohenaspe kann endlich eingefahren werden.

In diesem Sommer müssen Landwirte mit Getreideanbau Nerven behalten.
Seit Anfang August steht das Getreide wie Gerste, Roggen und Weizen zur Ernte in unserer Region bereit, konnte aber wegen der anhaltenden  Niederschläge der letzten Wochen nicht eingebracht werden.

Am Dienstag den 16.8. nun der erste Tag, der mit den Wetterbedingungen wieder Hoffnung aufkommen lässt. Viele Getreidebauern hatten vor Ort bereits mit Totalverlusten gerechnet.
 Die Gerste ist längst erntereif, aber nicht optimal trocken. Neu angekündigte Regenschauer lassen den Landwirten keine Wahl.
Auch der Roggen wird heute gemäht.
Ernteaufnahmen vom Roggenfeld in Richtung Kaaks vom Betrieb Engel aus Drage



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16.8.

250 Milchviehbetriebe im Norden geben auf SHZ HIER

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Zu Besuch in Niedersachsen am 15.7.2016

Eine Familienfeier führte uns einmal wieder in die Alte Heimat - In den Landkreis Helmstedt

Auf dem Hof meines Bruders finde ich diese beiden Schilder vor:
Meinen Bruder fragte ich, warum er nicht auf der Abschlusskundgebung vom Bauerntag in Hannover war (ein Bericht davon nach unten scrollen.).
Er antwortete: " Wieso war ich doch". Nun habe ich mir meine Aufnahmen noch einmal genauer angeschaut und tatsächlich gibt es Fotos mit ihm. Ich hatte meinen Bruder,ohne es zu wissen, abgelichtet. 
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Hannover den 30.6.2016

Bauerntag mit Abschlusskundgebung

 Kreisbauernverband Steinburg beteiligt sich am Protestzug durch Hannover

An der Abschlusskundgebung vom Deutschen Bauerntag in Hannover nahmen Kreisbauernverbände aus Dithmarschen, Pinneberg und Steinburg teil. Der Reisebus startete in Richtung Hannover schon ab 5:30 Uhr mit 28 Teilnehmern, die sich um die Zukunft ihrer Betriebe sorgen.
Die Demonstration wurde mit Trillerpfeifen und Transparenten tatkräftig unterstützt. Mehrere Tausend Teilnehmer forderten in der Landeshauptstadt von Niedersachsen von der Politik unter anderem Unterstützung in der Agrar- und Milchpreiskrise.

  Die Bauern aus dem gesamten Bundesgebiet setzten mit der Kundgebung  einen Schlussakkord unter den Bauerntag in Hannover. 
... sorgen sich um die Landwirtschaft der Zukunft

Auf Transparenten wehrten sich auch die Landwirte aus den drei Landkreisen aus Schleswig-Holstein gegen immer weitere Anfeindungen, Bürokratie, Auflagen und gegen die Kritik an ihrer Arbeit.

Der Protestzug startete morgens am Hauptbahnhof in Hannover.
 Ein Zwischenstopp an der Oper war der Tragödie „Der zerbrochene Milchkrug“ gewidmet, vor dem Zoo wurde die schwarzbunte Arabella aus Otternhagen (Nähe Hannover) als letzte Kuh an den Zoo übergeben, die miserablen Preise zwangen ihren Besitzer zu dem Schritt.
Auf der Abschlusskundgebung vor dem Hannover Congress Centrum schilderten junge Landwirte  aus den unterschiedlichen Bundesländern ihre Sorgen.
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) stellte den Landwirten höhere Nothilfen wegen der Milchkrise in Aussicht.

Der Geschäftsführer vom Kreisbauernverband  Steinburg Peter Mau-Hansen und der Geschäftsführer aus dem Kreis Pinneberg Peer Jensen-Nissen boten den Teilnehmern nach einer perfekt organisierten Kundgebung  auf der Rückfahrt ein Ausflugsziel.

Der Reisebus steuerte den Hof Oelkers in Wenzendorf  Samtgemeinde Hollenstedt  an der A1 an.

Im Hofcafé informierte Werner Maß - Geschäftsführer vom Kreisverband Lüneburger Heide - über die Landwirtschaft mit  ihren Problemen vor Ort.
Auch Maß hatte festgestellt, dass auf dem Bauerntag mit der Kundgebung recht wenige Politiker anwesend waren. "Im letzen Jahr war sogar noch Gregor Gysi dabei, der damals stolz berichtete, dass er eine Kuh besamen könnte", erinnert sich der Geschäftsführer.

Der niedersächsische Unternehmer Bernd Oelkers stellte anschließend seinen Betrieb vor.

Auf seinem Hof werden im November / Dezember in der Hochsaison Tannenbäume  verkauft.
  Bernd Oelkers bringt dann seine gesamte Jahresproduktion: 180.000 Bäume, im Schnitt über 4.000 pro Tag an den Mann.
Der Unternehmer Oelker: „Ich setzte mich dafür ein, dass zwei Mal im Jahr Weihnachten gefeiert wird“
 Spargel und Blaubeeren erntete er mit einem riesigen Team nicht ganz in diesen Dimensionen, aber sein Unternehmen gehört auch hier mit den Produkten zu den Größten der Region.

 Der Hofladen und das Restaurant sorgen weiter für Umsatz.
Dank Ausbau des Betriebes bietet er inzwischen Platz für Großveranstaltungen.

  Es wurde Zeit wieder die Heimat anzusteuern. Mit der Gewissheit für alle, dass gewaltige Herausforderungen für die Landwirtschaft anstehen, verabschiedeten sich die Teilnehmer von einander.


Video mit Eindrücken der Kundgebung

 Hier geht es zur Diashow
 
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Hohenaspe den 22. Mai 2016
Der erste Grasschnitt wird eingefahren
Schade eigentlich, dass nur wenige landwirtschaftliche Betriebe im Kreis Steinburg  an der Aktion teilnahmen und so war von "Offen.Ehrlich.Echt." nicht allzuviel zu sehen. 

Aber die Betriebe, die ich kenne, würden mit großer Wahrscheinlichkeit ihre Höfe mit Ställen den interessierten Bürgern auch außerhalb dieses Tages ihren Wirkungskreis mit den Tieren vorstellen.
Einfach mal nett fragen und wenn Zeit ist, können sie sicher einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Zum Beispiel der Milchviehbetrieb Maaß am Gelände Hungriger Wolf bietet den Milchzapfern an ihrer "Tankstelle" eine Besichtigung an. 
Die Besitzer der  Putenfarm in Grevenkop hatten mir mit meiner Kamera ohne Anmeldung einmal ihren Betrieb gezeigt.
Persönlich würden mich die Schweinemastbetriebe in der Region nun interessieren.
 Ich habe es schon einmal geschrieben: Die Schilder " Betreten Verboten -Wertvoller Tierbestand" wirken nicht gerade einladend und machen misstrauisch. 
 Natürlich weiß ich, dass es die Schilder zum QM -Standards gehören und wegen der Sorge um  Krankheitserreger angebracht werden müssen.

Beteiligt am Tag des offenen Hofes hatte sich der Schnuckenhof in Kaisbrostel und der Hof Krey bei Wewelsfleth in unserer Region.
Auf dem Schnuckenhof werden Rinder, Schafe, alte Nutztierrassen wie Heidschnucken, Wollschweine und Steppenrinder gehalten.
Ein  Hofladen bietet Fleischprodukte, Eier, Gemüse und Felle.

Geboten wurde an diesem Tag eine Hofbesichtigung, Speisen und Getränke, Informationen zu alten Nutztierrassen, Infostand der Jäger, Schafschurvorführungen, Filzen, Spinnen und Färben von Schafwolle.

Zahlreiche Ausflügler hatten den recht abgelegenen Hof gefunden und genossen auf dem Schnuckenhof bei Kaffee und Kuchen das tolle Sommerwetter.
Auch die Bundestagsabgeordnete der SPD Dr. Karin Thissen besuchte am Tag des offenen Hofes die beteiligten Betriebe.
Als Tierärztin und als Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft ist sie zum Thema Agrarpolitik durchaus kompetent und unterstützt die Aktion vor Ort.
Vier Betriebe mit dem Ferienhof Mißfeld in Tensbüttel-Röst, die Baumschule Rohwedder in Schafstedt, den Hof Krey bei Wewelsfleth und den Schnuckenhof besuchte sie an diesem Tag.


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LandFrauenTag in Neumünster den 11.5. 2016

Begrüßt wurde an die 2000 Gäste von der Präsidentin Marga Trede und vom Präsidenten des Bauernverbandes Werner Schwarz.

Bis auf den letzen Platz besetzt. Ein Bericht zur Veranstaltung HIER auf diesem Blog
Bauernpräsident Werner Schwarz mit Gattin

Ich habe kurz Gelegenheit Werner Schwarz zu fragen, was er von der aktuellen Meldung hält: "Kanzlerin Angela Merkel erklärt die Milchkrise jetzt zur Chefsache und kündigt eine Finanzspritze von 100 Millionen Euro an"?
 Der Bauernpräsident gibt sich erfreut über die Nachricht: 
"Inwieweit den Milchviehhaltern mit der Unterstützung geholfen werden kann, ist noch nicht klar, aber wichtig ist erst einmal, dass bei der Bundesregierung nun endlich angekommen ist, dass immer mehr Landwirte ihre Betriebe aufgeben müssen und so dringen Handlungsbedarf besteht."
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Im April 2016

Alles in Butter?

Umgangssprachlich soll  der Ausdruck " Alles in Butter " aus dieser Deutung stammen:
Wenn der Adel im Mittelalter von Hofsitz zu Hofsitz zog, musste der ganze Hausrat mit. Dazu wurden die wertvollen Porzellane und Gläser in flüssige Butter eingelassen.
Kamen die Pferdekarren über die holprigen Wege am Zielort an, war die erste Frage: "Ist noch alles Butter?

„Alles in Butter“ als Synonym für „Alles in Ordnung, alles in Sicherheit“, davon kann heute der Milchbauer kaum sprechen.
Der Preis, den Landwirte derzeit für einen Liter Milch bekommen, spitzt sich von 40 Cent im Januar 2014 nun (April 2016) steil auf 20 Cent zu.
Dieser dramatische Preisverfall macht sich auch bei den Milchprodukten bemerkbar:
Für ein Kilogramm Butter werden zirka 22 Kilogramm Milch benötigt.
Das 250 g Butterstück (Sauerrahm oder Mildgesäuerte Butter) kostet derzeit im Discounter 74 Cent.
  
Auch die Süßrahmbutter sinkt im Preis.
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Hohenaspe den 5.3. 2016

Stammzellenspender Volker Eicke aus Hohenaspe muss erneut nach Köln reisen

Vor gut einem Jahr spendete Landwirt Volker Eicke aus Hohenaspe Stammzellen für einen Leukämie erkrankten unbekannten Mann.
Ein Bericht von der Stammzellenspende in Köln ist auf diesem Blog unter Februar 2015 einsehbar.

Volker wurde vor wenigen Tagen vom DKMS mitgeteilt, dass es dem Spendenempfänger nicht gut geht - es gab Komplikationen und so wurde der Hohenasper gebeten, erneut Stammzellen zu spenden. 
Am kommenden Montag reist Volker Eicke noch einmal nach Köln.
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Hohenlockstedt den 26.2. 2016

Unfassbar: Hoflader erneut gestohlen 

"Unbefugten ist der Zutritt verboten " Dieses Schild wurde an der Maschinenhalle nun schon das zweite Mal ignoriert.

Wie glücklich war Milchbauer Holger Itzenga, als er vor gut 3 Wochen seinen entwendeten Hoflader  unversehrt zurückerhielt.

 Im Rahmen einer Kontrolle am Grenzübergang Pomellen zu Polen  entdeckten Beamte der Bundespolizei  Anfang Februar den  gestohlen gemeldeten Lader aus dem Ortsteil von Hohenlockstedt  in einem Kleintransporter.
Der 29-jährige Fahrer des Lasters, ein Litauer, gab damals an, das Frachtgut nur übernommen und mit dem Diebstahl an sich nichts zu tun zu haben.

  Als Landwirt Holger Itzenga am Freitagmorgen den 26. Februar seine Maschinenhalle betrat, dachte er vorerst an einen schlechten Scherz.

In der Nacht vom 25. auf den 26. Februar wurde erneut von Unbekannten gewaltsam in die Halle des abseits gelegenen landwirtschaftlichen Betriebes eingedrungen und der sieben Jahre alte Lader vom Hersteller Schäffer mitsamt einer Futterschnecke im Wert von 20.000 Euro entwendet.

 Erst als die eingeschaltete Polizei den Hof verließ, stellte der Landwirt fest, dass 400 – 500 Liter Diesel aus seinen drei Traktoren abgezweigt wurde.
 Itzenga zieht eine Videoüberwachung seines Hofes in Betracht.
 Ob die Versicherung den Schaden  übernimmt, ist noch nicht geklärt.
 Der Landwirt aus Ridders hat sich bereits innerlich von seiner Maschine verabschiedet.
Er glaubt nicht mehr daran, dass sie wie beim ersten Mal, wieder entdeckt und zurückgeführt  wird.

 Hinweise zu diesem Fall nimmt die Itzehoer Kripo unter der Telefonnummer 04821-6020 entgegen.

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Hohenlockstedt den 19.2. 2016

Frische Landmilch zum Selberzapfen

Es ist bereits die 3. Milchtankstelle, die auf diesem Blog vorgestellt wird. 
Über die 1. Zapfanlage wurde aus Rehden (Kreis Diepholz in Niedersachsen) im Okt. 2015 informiert, die 2. Milchtankstelle wurde in Hollerwettern an der Elbe angezapft und heute kann ich die Milchzapfanlage am Hungrigen Wolf vorstellen.
Das Gute daran:  Sie steht in direkter Nachbarschaft von Hohenaspe.
Die Anschrift von Maike und Olaf Maaß lautet: Hungriger Wolf 20 - Hohenlockstedt

Zufällig, bei einer meiner Radtouren traf ich auf das vorerst provisorische Schild am Radweg in Richtung Hohenlockstedt und durfte auch gleich eine Aufnahme von Mutter und Tochter - also Maike und Tomke Maaß aufnehmen. 
Das Blockhaus am Milchviehbetrieb Maaß wurde selten genutzt und hat nun eine neue Aufgabe erhalten, denn vor gut einer Woche wurde hier eine Milchzapfanlage in Betrieb genommen. 
Der Milchviehbetrieb von  Olaf und Maike Maaß beherbergt 180 Milchkühe und liefert am Tag  zirka 5000 Liter Milch.
Selbst wenn ihre 24 Stunden-Zapfanlage jede Menge Kunden findet (60 bis 100 Liter verkaufte Milch am Tag wären erstrebenswert), würde das bei der Milchleistung des Betriebes kaum ins Gewicht fallen.
Jeden Morgen wird die bekömmliche unpasteurisierte und unhomogenisierte Rohmilch in die Zapfanlage gefüllt und auf 4° heruntergekühlt.

Es gehört Lust und Freude dazu, eine Geschäftsidee "Direkt von der Kuh" umzusetzen.
Treibend ist hier Maike Maaß, die zur ländlichen Hauswirtschaft ausbildet und Unterstützung für ihr Projekt von Ehemann Olaf und den drei Kindern erhält.
Alle Kinder ( im Alter von 7-16 Jahren) versorgen die 50 freilaufenden Hühner auf dem Hof mit. Selbstverständlich werden die Eier ebenfalls mit im Blockhaus zum Verkauf angeboten.
Auch regionale Produkte wie Kartoffeln aus Hohenlockstedt stehen zum Verkauf bereit und die Palette wie Marmelade, Kräutersalz, Gemüsebrühe-Extrakt, Vanillezucker und und und wird täglich erweitert.
Maike Maaß zeigt gern interessierten Milchkunden die Hofanlage mit den Kühen und so gewährt der Hof Maaß am Hungrigen Wolf Einblicke in " Wo die Milch herkommt".

"Wenn wir jeden Tag 30 Liter aus der Milchtankstelle verkaufen, hätte sich die Investition in drei Jahren amortisiert", sagt Maike Maaß.
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Ottenbüttel den 10.2.2016

Bauernverband-Bezirksversammlung Hohenaspe und Itzehoe 

Ab dem 1. Januar 2016 ist eine neue aktualisierte Fassung des QM – Milch- Standards  (Qualitätsmanagement) in Kraft getreten.
In einer Bezirksversammlung des Bauernverbandes berichtete Nicolai Wree, Referent für Milch, Vieh und Fleisch beim Bauernverband über die neuen Kriterien in der Gaststätte Stahfast in Ottenbüttel.
Gut 40 Milchbauern informierten sich über die neuen Qualitätsanforderungen im Milchproduktionsprozess und diskutierten anschließend in fachlicher Runde über Sinn und Zweck der  auferlegten Maßnahmen.

Der QM-Milchstandart ist eine Initiative des Deutschen Bauernverbandes, des deutschen Milchindustrieverbandes und des Deutschen Raiffeisenverbandes.
Mit dem Audit wurden  gesellschaftliche Ansprüche und gesetzliche Vorgaben in der Milcherzeugung  im Rahmen von Qualitätsmanagement untersucht.
Zu den bislang 55 Erfüllungskriterien kommen nun neun dazu und so müssen die Milchbauern weitere „ Kröten schlucken“ und eine Änderung auf dem Milchmarkt ist noch nicht in Aussicht.
Meiereien, an denen die Milchbauern ihre Milch liefern, schreiben die QM- Milchstandards vor und so müssen auch die neuen Richtlinien aufgenommen werden.

Da Milchbauern die Kriterien zum Wohl ihrer Tiere in der Regel eh durchführen, bleibt ein Mehraufwand an Schreibtischarbeit an ihnen hängen.
Neue Kriterien wie zum Beispiel jährliche Klauenpflege der Tiere, das Vorgehen bei Enthornung, der Nachweis eines Notstromaggregats und erforderliche Vorkehrungen bei einem Brandfall sind als Standards dazugekommen und werden mit Punkten bewertet.
Maximal kann ein Milchviehbetrieb 75 Punkte in dieser Wertung erhalten und eine Mindestpunktzahl von 54 muss erreicht werden. Allerdings müssen 17 Kriterien aus dem Katalog zwingend erfüllt werden.
Die Standards in der deutschen Milcherzeugung gehören zu den weltweit strengsten.
Sie sind entscheidend, um mit Milchprodukten aus Deutschland regional und weltweit zu glänzen.
Außerdem sind die QM-Milchstandards für eine kritische Öffentlichkeit als Argument nicht zu unterschätzen.

Der Bezirksvorsitzende Gerd Vock aus Itzehoe informierte die Landwirte darüber, dass es in Zukunft für Grundschüler Pflicht werden soll, mit der Schule einen landwirtschaftlichen Betrieb zu besuchen.
Da es an die 1600 Grundschulklassen in SH gibt, besteht Bedarf an Betrieben, die Klassen einladen würden.

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Berlin den 16.1.2016

"Wir machen Euch satt" - Demonstration in Berlin mit Landwirten aus dem Kreis Steinburg

Abfahrt um 3 Uhr in der Früh vom Parkplatz des Bauernverbandes in Breitenburg-Nordoe 

Ankunft in Berlin gegen 11 Uhr

Ein Bus mit 40 Landwirten / Landwirtinnen aus Dithmarschen, Pinneberg und Steinburg steuerte Berlin an.
Mit einer Petition an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft machten Landwirte auf ihre leidvolle Situation aufmerksam.
Zur Demonstration "Wir machen Euch satt" waren an die 1500 Bauern aus dem Bundesgebiet angereist, um zum Beispiel für einen Dialog mit dem Verbraucher zu werben.

"Redet mit uns, statt über uns!",  hieß es auch auf einem Transparent von Landwirten aus Diepholz.
Zunehmend werden Landwirte von Parteien, Medien und Lobbyorganisationen angegriffen. Mit teils unseriösen und fachlich falschen Argumenten wird vielfach die moderne Landwirtschaft kritisiert. 
Landwirte wehren sich:

„Wir machen Euch satt” gegen „Wir haben es satt” 

 Am Rande der Grünen Woche demonstrieren sowohl Bauern als auch Kritiker der Landwirtschaft.
„Wir können nicht mit radikalen Tierrechtlern gemeinsam auf eine  Demo gehen“ und so fand am 16. Januar 2016 die zweite Auflage der „Wir machen Euch satt“-Demo in Berlin statt.

Dazu wurde ein Bus aus Dithmarschen eingesetzt, der auch Demonstranten aus dem Kreis Steinburg und Pinneberg einsammelte.

Zu früher Stunde pünktlich um 3 Uhr traf der Bus aus Dithmarschen auf dem Parkplatz vor dem Gebäude des Bauernverbandes in Breitenburg-Nordoe ein, um 18 der Landwirtschaft verbundene Teilnehmer einzusammeln.
Landwirt Joachim Becker aus Westermühlen bat den Bauernverband Steinburg, die Teilnahme an  der Demonstration zu organisieren und der Geschäftsführer Peter Mau-Hansen stellte sich der Aufgabe und koordinierte die Fahrt nach Berlin mit dem Bauernverband Dithmarschen und Pinneberg.

Trotz eingelegter Pausen, in denen die Teilnehmer bestens versorgt wurden, kam der Reisebus pünktlich vor Start der Demonstration am Hauptbahnhof an. Es wurden Warnwesten verteilt und auf dem Washington Platz vor dem Hauptbahnhof trafen auch bald Kollegen und Kolleginnen aus dem gesamten Bundesgebiet ein.
Als freie Bloggerin habe ich eine Meinung zur Demonstration, die ich hier posten darf:

Es waren weniger Teilnehmer als gedacht und das war ziemlich enttäuschend. Haben viele Landwirte ihre Rechte einzufordern, bereits aufgegeben?
Vermisst habe ich Redner auf der Demo wie Bauernpräsident Werner Schwarz. Er hätte mit seinen Worten die Stimmung anheizen können und Proteste der Landwirte gut vertreten.
Eine Rednerin mit einer Handpuppe (einem Schwein) fand ich persönlich grenzwertig.

Erinnerte es doch an die Bespaßung von Kindergartenkinder unserer Pastorin in der Kirchengemeinde (sie nutzt dafür eine Fledermaus-Handpuppe).
Na gut, ich war nicht bei allen Reden auf dem Platz, denn um ein Foto in der Übersicht machen zu können, ging ich in den Bahnhof in das oberste Geschoss und suchte ein Restaurant auf, von dem aus ich einen Überblick hatte und fotografieren durfte. (Es wird nicht viele dieser Fotos geben)

Es war ein vornehmes Restaurant und vor dem Panoramafenster saß eine Gruppe von (ich nehme an Biobauern) die dort einen Tisch reserviert hatten.
Es war eine elitäre Gruppe, soviel war ziemlich schnell festzustellen, die nicht die freundlichsten Worte für die Demonstration auf dem Platz hatten.
Erst als sie an meiner Weste erkannten, dass ich nicht eine von ihnen war, hielten sie sich mit ihrer Kritik zurück.
Es macht mich persönlich fassungslos, wie eine Berufsgruppe sich untereinander so derartig bekriegen kann, statt einen Konsens zu suchen und zu finden!

Es sollten sich alle zusammentun, denn immerhin sitzen alle in einem Boot.
Die Partei Die Grünen verurteile ich für ihre Politik diese Berufsgruppe immer weiter zu spalten, um Wählerstimmen zu erzielen, aufs Schärfste!
Wenn sie ihrer Verantwortung in der Bundesregierung bewusst wären, müssten sie mit aller Stärke versuchen, die Landwirtschaft zu einigen.
Ein Zeichen wäre es, eine gemeinsame Demonstration zu organisieren.


 Diashow mit Fotos der Demonstration auf dem Washington Platz vor dem Berliner Hauptbahnhof:


Landwirte aus dem Kreis Steinburg, Dithmarschen und Pinneberg sind dabei 




Ein Bericht von der anschließend besuchten  Internationalen Grünen Woche HIER auf diesem Blog.

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Hollerwettern den 10.1.2016

Frischmilch gezapft

In Hollerwettern (Kreis Steinburg) an der Elbe gibt es seit wenigen Wochen eine Milchtankstelle. 
Wie bereits die auf diesem Blog vorgestellte Milchzapfanlage in Niedersachsen, wurde nun auch im Kreis Steinburg ein Automat zur Selbstbedienung in Betrieb genommen.

Aber nicht nur Milch kann an der "Tankstelle" erworben werden: Regionale Produkte von Kartoffel, eingelegte Gurken bis hin zum Ei sind zu erwerben und so wirkt die Bloghütte wie ein Tante-Emma-laden nur frei von einer Kassiererin, denn bezahlt wird am Automat oder ganz ehrlich in eine Kasse. Ans Mogeln denkt hier niemand und außerdem wird die kleine Geschäftsstelle mit einer Videokamera überwacht.
Das Ehepaar Stefanie und Sven Krey vermarkten nun im eigenen Deichladen die Milch ihrer Kühe für einen Euro á Liter und so wie es scheint, läuft der Absatz trotz des recht einsam gelegenen Hofes.
An diesem grauen nassen Sonntag waren wir nach einem Spaziergang an der Elbe nicht die einzigen Milchzapfkunden.


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Hohenaspe / Luhnstedt den 27.12.

Traktor angezündet

Der in Hohenaspe gestohlene Fendt 714 Vario  wurde ausgebrannt in Luhnstedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde) entdeckt

Wie auf diesem Blog berichtet, wurde der Traktor im Wert von 150.000,- € an der L127 bei Hohenaspe aus einer Halle entwendet.
 In der Nacht zum Dienstag vom 21. - 22. 12. verließen unbekannte Täter mit dem Schlepper unbemerkt einen landwirtschaftlichen Betrieb.
In der darauffolgenden Nacht am 22.12. wurden Bewohner eines Bauernhofes in der Nähe vom Waldfestplatz in Luhnstedt ( ca 30 Kilometer von Hohenaspe entfernt) von einer Explosion am Abend kurz nach 22 Uhr aufgeschreckt.

Die alarmierte Feuerwehr aus Luhnstedt und Stafstedt rückten mit 35 Einsatzkräften an und löschten einen in hohen Flammen stehenden Traktor.
Die Polizei identifizierte den brennenden Traktor, als den in Hohenaspe gestohlen gemeldeten Schlepper.
Die Kriminalpolizei nimmt jetzt Hinweise aus der Bevölkerung entgegen 04821 / 6020
Wehrführer Finn Wittmaack aus Luhstedt berichtet, dass die Löscharbeiten und die Nachsuche im Gelände bis in die späte Nacht andauerten.
Wehrführer Finn Wittmaack ist immer noch fassungslos darüber, wieso ein so wertvoller Schlepper angezündet werden konnte.

Nach Aussagen der Polizei, soll der Frontlader am Schlepper fehlen.
Vom Besitzer wurde die Aussage bislang noch nicht bestätigt.

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Mehlbek den 3. November 2015

Sonnenblumen Anfang November

Das Licht am heutigen Tag lockt ins Freie und so hole ich schnell noch einmal mein Rad aus der Garage, um zu einer kleinen Tour aufzubrechen. 
Bei Mehlbek muss ich mir die Augen reiben: Blühende Sonnenblumen bei einer Herbstkulisse ist ein ungewöhnlicher, aber reizvoller Anblick.
 Wieso wurden hier so spät Sonnenblumen auf etlichen Hektar Land angebaut?
 Dem will ich nachgehen und treffe auf dem Gutshof in Mehlbek einen sympathischen Verwalter, der mir gern Auskunft gibt.
Helge Treuherz erklärt, dass die Sonnenblumen zur Gründüngung als Zwischenfrucht angebaut wurden.
 Sie bewirken nach der Getreideernte, dass der Boden beschattet wird und nicht unter Verkrustung leiden muss. Sonnenblumen können u.a. mit einer Durchwurzelung gegen Verdichtung im Boden wirksam sein.
 Bevor auf diesem Acker im Frühjahr 2016 Zuckerrüben ausgelegt werden, werden die dann längst abgestorbenen Sonnenblumen, als Humus untergepflügt.
Den Tipp mit den Sonnenblumen hatte Treuherz von einem Kollegen und die Saat günstig erworben.
Der Verwalter ist selbst überrascht darüber, dass die Sonnenblumen noch mit blühen angefangen haben.
Wo ich doch schon mal auf dem Gut bin, frage ich, ob ich die historische Scheune nicht mal ablichten dürfte.
 Ich hatte sie schon oft von der Straße aus gesehen und sie von dort aus auch schon mal fotografiert, aber nun stehe ich direkt vor ihr und bin vom Bau fasziniert.
  Die Scheune ist von 1710! 
Mehr zur alten Scheune in Kürze unter "Historische Gebäude vorgestellt" auf diesem Blog

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Rehden den 19.10. 2015

Eine Milchtankstelle in Niedersachsen vorgestellt

Im Landkreis Diepholz lernte ich eine Milchtankstelle kennen.

Die Idee mit dem Verkauf finde ich sehr interessant und so bitte ich meine Begleitung, einmal Milch für die Kamera zu zapfen.
Da wir keinen Behälter dabei haben und in der "Tankstelle" angeschlagen steht, dass man Flaschen bei den Milchbauern im Haus beziehen kann, klingele ich kurzentschlossen bei Fam. Johanning an der Tür.
Ein zirka 14-16 jähriges Mädchen - ganz offensichtlich die Tochter des Hauses - öffnet mir die Tür und hat auch gleich eine Flasche zur Hand, für die ich allerdings 2,50€ zahlen musste.
Ich frage das Mädchen, ob die Eltern gerade beim Melken sind.
Die Schülerin schaut mich entgeistert an, als ob ich von einem anderen Stern komme: "Wir haben Melkroboter, die diese Arbeit bei 120 Kühen erledigen."
 Weiter erfahre ich, dass jeden Morgen 100 Liter Milch frisch in die Zapfsäule gefüllt werden.
Die Kühltemperatur liegt um die 3-4 Grad. Ein Liter Frischmilch kostet einen Euro.
Im Hintergrund der Zapfsäule können die Milchproduzenten entdeckt werden.
Die ortskundige Heike Koldewey erzählt uns, dass es bei den jungen Leuten  Kult geworden sei, nach einer langen Partynacht hier spät vorbeizuschauen, um sich die Milch ganz frisch zu genehmigen. Selbst junge Landwirte mit eigenen Milchkühen auf dem Hof, nehmen an der Aktion teil.

 Die Milch schmeckt sehr gut und es ist schön einmal wieder eine unpasteurisierte und nicht homogenisierte Milch trinken zu können.
Einen Bericht über die "Milch rund um die Uhr" vom Hof Johanning (ein Name, der in dieser Region häufig vorkommt) gibt es HIER in der Diepholzer Kreiszeitung zu lesen.
Einen ausführlichen Bericht über den Ausflug nach Rehden gibt es HIER auf diesem Blog zu lesen.
 Gleich geht es weiter, denn es gab noch mehr zu entdecken, denn Rehden ist eine reiche Gemeinde.
Warum das so ist? Lassen sie sich überraschen.

Die Gemeinde Rehden mit ihren knapp 2000 Einwohnern ist im ersten Blick landwirtschaftlich geprägt. 
Zahlreiche Betriebe, die immer weit über 100 Tiere beherbergen, sind an den großen Stallungen zu erkennen.
Heike Koldewey stellt den elterlichen Betrieb vor, der inzwischen von ihrer Schwester mit Ehemann und Kindern geführt wird. 130 Milchkühe melkt die Familie Mackenstedt mit Hilfe von zwei Robotern.
Landwirtin Diane Mackenstedt ist gerade beim Melken nach heutiger Zeit. Im Büro am Stall werden die Melkdaten überprüft. 
 Ihr Mann Hartmut ist beim Füttern der 130 Milchkühe
 Auch Dianes Garten ist ein Augenschmaus. Die selbst gezogene Buchsbaumabgrenzung der Beete, haben die Schwestern allesamt wunderschön angepflanzt.
Heike Koldeweys riesiger Bauerngarten wird später noch gesondert vorgestellt.

Es gibt eine weitere Gemeinsamkeit: Jeder Betrieb, den ich in Rehden kennenlernen durfte, besaß ein außergewöhnlich tolles und modernes Partyhaus.
Feierfreudig scheinen die Rehdner zu sein und eine Flasche Bullenschluck - ein Kräuterlikör, der nach Klosterfrau-Melissengeist riecht, ist schnell zur Hand.

Überhaupt können in Rehden jede Menge  kreative Unternehmen vorgestellt werden.
Zum Beispiel gibt es die Firma Land-Kartoffel-Chips:
Die Cousins Heiner und Marin Johanning  setzten ihre Idee, mit den eigenen angebauten Kartoffeln Chips herzustellen, erfolgreich um.
Mit inzwischen 9 Angestellten werden hier Chips gebacken.

Für die überregionale Bedeutung gilt Rehden durch den unterirdischen Erdgasspeicher, der mit 4 Mrd. m³ der größte Westeuropas ist.

Was hat Putin mit Rehden zu tun?

Der ehemalige Besitzer der BASF mit der Tochterfirma Wintershall verkaufte vor kurzem den größten Erdgasspeicher Westeuropas im niedersächsischen Rehden an den russischen Energiekonzerns Gazprom.
Mit dem BASF-Deal bekam Gazprom Zugriff auf rund ein Viertel der deutschen Gasspeicher.
Dazu zählt auch der größte natürliche Erdgasspeicher Europas im niedersächsischen Rehden.

Auf einer Fläche von acht Quadratkilometern in 2000 Metern Tiefe kann genug Erdgas eingelagert werden, um damit zwei Millionen Einfamilien-Häuser ein Jahr lang zu versorgen.

Im Gegenzug hat Wingas (Tochterfirma von Wintershall) nun Zugang zu großen Erdgasvorkommen in Westsibirien.

Rehden ist eine aufstrebende Gemeinde. Überall wird gebaut und es boomt in fast allen Branchen.
Wie auch bei uns, haben die  Milchviehhalter und Schweinemäster jede Menge Grund zu klagen.
Die Besitzer der großen Betriebe mit zum Teil riesigen Biogasanlagen sind unzufrieden:
 Biogas ist plötzlich nicht mehr politisch angesagt und die Milchpreise sind zum Verzweifeln.

Interessant für mich war, dass inzwischen Zuckerrüben für die Biogasanlagen genutzt werden.
Ich weiß, dass die Rüben mehr Energie liefern als Mais, aber dadurch, dass sie vor der Verwertung aufwendig gewaschen werden müssen, damit der Sand die Anlagen nicht schrottet, sind Rüben dann doch keine ernste Alternative zu dem Energielieferanten  Mais.

Eine Landwirtin klärt mich auf: "Nein, inzwischen gibt es Zuckerrübensorten, die wenige kleine Haarwurzeln besitzen, an denen sich der Sand hält und so werden sie nun für die Biogasanlage angebaut"

Die großen Massen an Gänse und Kraniche auf den Weiden sind in dieser Stimmung das I-Tüpfelchen des Missmutes. 
"Der Kot der Tiere verschmutz die Nahrung für unsere Tiere und bei uns in den Ställen werden Nahrungsmittel produziert", so ein Senior-Landwirt eines großen Betriebes in Rehden.
Als ich ihm entgegenhalte, dass der Kot der Gänse reine Zellulose wäre und ich mir eher über die Nitratbelastung im Grundwasser Sorgen mache, wird das Gespräch mürrisch abgebrochen.


 Der Betrieb von den Koldeweys mit Blick auf nun Gazprom muss nicht unter dem großen Preisdruck der Mich leiden, da sie eine reine Bullenhaltung und Land besitzen.
An die 500 Tiere sind in modernen Stallungen untergebracht und werden hier ein Jahr gemästet bis sie nach Bad Bramstedt zum Schlachten kommen.
"Die Preise für die Bullen sind augenblicklich ok", so der Junglandwirt des Betriebes.

Den ausführlichen Bericht über den Ausflug nach Rehden unter Ditt und Datt auf diesem Blog
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Lüneburg den 10.10.

Ohne Buern ward dat nix!

Als ich am Morgen in Lüneburg in einem Hotel beim Frühstück die Zeitung aufschlage, finde ich diese Anzeige vor:
und ich überlege, wie die Überschrift im Schleswig-Holsteiner/ im Steinburger Platt heißen müsste.
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Nordermeldorf den 22.9.

Wetter schlecht, Stimmung gut!

Start der 29. Kohltage in Dithmarschen

 In den nächsten Tagen dreht sich im Kreis Dithmarschen alles verstärkt um den Kohl.

Tradionell starten die Dithmarscher Kohltage mit dem offiziellen Kohlanschnitt und einer großen Feier - in diesem Jahr auf dem Hof von Anne und Reimer Thiel-Peters in Christianskoog.


Prominente Gäste beim Kohlanschnitt 2015 von rechts: Christian Ufen Vorsitzender der Bundesfachgruppe Gemüsebau, Hans-Harald Böttger Kreispräsident in Dithmarschen, Landrat Dr. Jörn Klimant,  Kohlregentin Freia I, Dr. Robert Habeck Minister für Landwirtschaft und Kohlregentin Maren die I.

Gastgeber waren in diesem Jahr Familie Thiel Peters, die in Christianskoog auf 200 Hektar Getreide und Gemüse anbauen. Das Kohlfeld, auf dem der Anschnitt stattfand, grenzt an den alten Deich. Dahinter lag noch vor 30 Jahren die Nordsee.
 Der Speicherkoog an der Meldorfer Bucht ist der jüngste Koog in der Region und wurde 1979 vollständig eingedeicht. Neben Ackerland befinden sich dort heute die Naturschutzgebiete „Kronenloch“ und „Wöhrdener Loch“. 
Kohlschneiden ist nach wie vor eine Handarbeit. Bei dieser Nässe gibt es schönere Arbeiten und dennoch herrscht bei den Kohlbauern eine gute Stimmung.
Christian Ufen, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Gemüsebau gibt in einem kleinen Interview Informationen: 
" Die Preise für Kohl liegen zurzeit zwischen sehr gut, hervorragend und außergewöhnlich gut", so Christian Ufen.
Die Gründe dafür seien vielfältig informiert der Vorsitzende weiter:
" Zum einen wurde in diesem Jahr weniger Kohl in unserer Region angebaut, die Ernte wird dementsprechend geringer ausfallen und zum anderen waren die Wetterverhältnisse in anderen Teilen  Deutschlands und auch in Osteuropa anders als vor Ort. 
Teilweise konnte man von Dürre sprechen und die wirkte sich auch auf den Gemüseanbau negativ aus. Dagegen hatte Schleswig-Holstein mit den reichlichen Niederschlägen beim Gemüseanbau weniger Sorgen."

"In Polen, Tschechien und Slowakei müssen die fehlenden Erträge aufgefüllt werden und dies geht nur, wenn man auf überregionlen Versand eingestellt ist und da können die Dithmarscher und die Holländer mit ihrem Gemüseanbau mithalten. Die Nachfrage ist hoch, aber die Landwirte verkaufen vorsichtig."
In der Begrüßungsansprache von Christian Ufen heißt es:
" Eine Gesellschaft, die die Aufgabe hat, eine Millionen Flüchtlinge aufzunehmen, braucht genug zu Essen und dafür benötigt sie eine moderne, eine leistungsfähige Landwirtschaft und dies muss neu in die Diskussion Landwirtschaft einfließen."

In einer Ansprache vor einem großen Publikum bringt nach dem Kohlanschnitt  Landwirtschaftsminister Dr. Robert Habeck Zahlen auf den Tisch:
"Der Wert des Kohls in Dithmarschen auf 3000 Hektar Anbaufläche beträgt 73 Millionen Euro" 


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Rendsburg den 4.9.2015

Landesbauerntag

Vor dem Landesbauerntag in Rendsburg demonstrieren Landwirte gegen den Preisverfall von Agrarprodukten in der EU

Auf dem Milch- Fleischmarkt gibt es viel mehr Angebot als Nachfrage und entsprechend niedrig sind die Preise. Was tun?

Bauernpräsident Werner Schwarz begrüßt in der gefüllten Deula-Halle in Rendsburg  über 1.000 Teilnehmern.

Zitat von Werner Schwarz: " Ich verspreche heute: Wir werden in zehn Jahren noch viel umwelt- und tiergerechter erzeugen, den Klima-, enbenso wie den Gewässerschutz noch besser hinbekommen, der Artenvielfalt noch mehr Chanscen einräumen! Wenn sie uns lassen! Denn das braucht Zeit und Geld, es braucht Wissenschaft und Erfahrung."

Jede Menge Ehrengäste auch auf dem diesjährigen Bauerntag

Peter Harry Carstensen wird vom Bundesminister Christian Schmidt begrüßt
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt brachte keine Lösungsvorschläge für Milchbauern und Schweinehalter mit.
Seine Rede über nötige Inovationen war ohne wesendliche Aussage und sicher kaum hilfreich für Landwirte, die in Stallungen infestiert haben und nun einen Preisverfall der Milchprodukte und der Schweinefleischpreise registrieren müssen.
Als ich vom Landesbauerntag nach Haus komme, fange ich meinen Bricht an mit " Was hat der Minister eigendtlich gesag? Grübel, grübel - ich muss mir wohl noch einmal meinen Sprachmitschnitt anhören."
Aber auch der brachte mich nicht wirklich weiter. Geblieben war -" Die Landwirte müssen selbst sehen, wie sie es schaffen".

Der Artikel aus der Zeitung  "Die Welt" bringt es auf den Punkt HIER

Claus Heller Präsident der Landwirtschaftskammer überreicht die Auszeichnung für den Ausbildungsbetrieb Sönke Holling aus Osterstedt
Minister Dr. Robert Habeck und Bundesminister Christian Schmidt auf dem Landesbauerntag 2015 in Rendsburg
Volles Haus beim Landesbauerntag in Rendsburg 2015- in diesem Jahr ohne Zwischenrufe bei den Ansprachen, aber trotzdem mit vielen resignierten Landwirten.
Dr. Robert Habeck (Grüne) sieht keine Lösung darin immer mehr Milch zu produzieren.
"Die ewige Ausweitung des Marktes braucht eine zweite Antwort". "Eine Exportstrategie nach Russland würde nicht helfen", so Habeck und spätestens da sind nicht alle Milchbauern mit ihm einer Meinung.



Eindrücke der gleichzeit laufenden Norla mit Ausstellern aus dem In- und Ausland zu den Themenbereichen Landwirtschaft, Tierzucht und - haltung, Agrartechnik, Pflanzenbau, Erneuerbare Energien, Verbraucher, Ernährung, Gartenbau, Forst, Jagd und Kommunaltechnik HIER auf diesem Blog.
Auch die Grüne Woche besuche ich jährlich. Info auf diesem Blog HIER

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Drage Ende August 2015

Erbsenanbau im Kreis Steinburg

Auf einer neun Hektarfläche bei Drage hat Landwirt Ingo Götsche aus Kaaksburg in diesem Jahr Erbsen angebaut.
Nach der Aussaat der Hülsenfrucht (auch Leguminose genannt) entwickelten sich die Erbsen Mitte April gut und so versprach sich Ingo Götsche auch in diesem Jahr eine gute Ernte des Eiweißfutters für seine Rinder.
  
Foto der Erbsen von Ende Juni 2015

Mit dem Anbau der Proteinpflanze machen sich Landwirte unabhängig von Sojabohnen –Importen, die hauptsächlich aus Südamerika stammen.
Die  Bundesregierung fördert seit 2014 den Anbau der Eiweißpflanzen mit insgesamt EUR 5,4 Mio Euro.
 Konkret sind jährlich 2,4 Mio. Euro bis 2017 vorgesehen. Die  Fördersumme sieht die Regierung für den Anbau von Pflanzen wie etwa Soja- und Ackerbohnen oder Futtererbsen vor.
Körnerleguminosen als  Glied in der Fruchtfolge (Greening)  waren lange Zeit beliebte Futtermittel für Schweine.  Mit zunehmendem Import von Sojabohnen bzw. Sojaextraktionsschrot, das zu günstigen Preisen auf den deutschen Markt gekommen ist, nahmen die Anbauvorzüge kontinuierlich ab.
Die Eiweißpflanzen wie Erbsen, Bohnen, Linsen, Kichererbsen, Wicken und Sojabohnen verbessern  aber auch die Bodenfruchtbarkeit.
Aufgrund der Eigenschaft das Hülsenfrüchte Stickstoff aus der Luft binden können und aufgrund ihres hohen Eiweißgehaltes stellen sie eine wichtige Pflanze in der Landwirtschaft und in der Viehhaltung dar.

Mitte August waren die Erbsen auf dem Acker vom Landwirt Götsche erntereif. Die trockene Schoten mit den inzwischen steinharten Erbsen kündigten an, dass sie geerntet werden konnten.
Leider trat ein Problem auf, dass das Mähen vorerst verhinderte. Es waren nicht nur die Regenschauer, die die Ernte ins Stocken geraten ließen.  Getreide war zwischen den Erbsen aufgelaufen und das war noch nicht erntereif.
 Die grünen unreifen Halme von Gerste und Weizen hätten das Mähwerk des Dreschers verstopft und so mussten die Erbsen länger auf dem Feld stehen, als geplant.
„ Die Erbsensaat muss unsauber gewesen sein“,  so der resignierte Landwirt Götsche.
Ende August war es dann endlich soweit, der Mähdrescher mit einem imposanten Schneidwerk von 7, 60 Metern rollte an.
Viele Erbsen waren inzwischen bereits auf den Boden gefallen und das Mähwerk verstopfte ab und an. Der Mähdrescher musste stoppen und per Hand wurden Halme aufwendig aus dem Schneidwerk gezogen.


Aber … etliche Hänger voller  Erbsen konnten dann doch noch auf den Hof in Kaaksburg transportiert werden.
Hier wurden die Hülsenfrüchte gleich geschrotet und das eiweißhaltige  Erbsenschrot kann nun an die Rinder verfüttert werden. Das Stroh will Ingo Götsche unterpflügen.
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Kaaks den 20.9.2014

CDU-Kreistagsfraktion besucht den größten und modernsten Milchviehbetrieb im Kreis Steinburg

Die Stallanlage am Ortsrand von Kaaks wurde 2010 erstellt und war für Familie Heiko Fischer eine große Herausforderung
Der Betriebsinhaber begrüßt die Gruppe des Kreistages und führt sie zu Beginn durch die Stallanlage im Ort, die aus dem elterlichen Betrieb übernommen wurde.
  In modernisierten Stallungen wird hier die Milchvieh-Nachzucht in Laufstallhaltung auf Stroh aufgezogen und außerdem trockenstehende Mutterkühe vor dem Kalben versorgt. 

Am 2. Standort des Betriebes kamen die Fischers nicht umhin vor Baubeginn, der ab 2005 geplanten modernen Stallanlage, eine Infrastruktur zu schaffen. Der Zugang zum Gelände - Asphaltstraße/Strom / Wasser - allesamt eine finanzaufwendige Aktion, bei der noch für keine einzige Milchkuh eine Unterkunft bereit stand.
2010 wurde der Stall für die ersten Tiere fertig gestellt. Es entstand das Melkhaus und die Gülle-Lagune.
2011 wurde der Stall noch einmal gespiegelt. 
2012 entstand eine große Siloanlage und eine umfangreiche Futterlagerhalle. Eine Maschinenhalle wurde gebaut und seit 2012 besteht eine eigene Stromversorgung mit 1 Megawatt- Spitzenleistung.
Drei mal am Tag werden in dieser Melkanlage 500 Milchkühe gemolken
Täglich wird die Milch aus den Kühltanks abgeholt

Laut Milchviehhalter Fischer haben sich Roboter-Melkanlagen bei seinem großen Milchviehbestand nicht bewehrt. Mit 10 Angestellten werden die Tiere rund um die Uhr versorgt. 2 Melker im Melkstand übernehmen das Melken der 500 Hochleistungskühe pro Schicht und so sei man näher am Tier dran, informiert Heiko Fischer.
Den Kühen geht es vom Augenschein her im Laufstall gut. Die überdurchschnittliche Milchleistung der Tiere sagt auch aus, dass sie optimal versorgt werden. Die Anlage ist nach neuesten  technischen Maßstäben erstellt.
 Sehr viel Mühe wird sich bei der Laufstallhaltung mit den Liegeplätzen der Kühe gegeben. Die Tiere liegen im Tiefeinstreu - im Stroh. Die meiste Milch wird bei Milchkühen im Liegen produziert - sie benötigen hohe Liegeleistungen. 
Einmal in der Woche werden 30 Tonnen Stroh, Mist, Kalk Mischung in die Liegeboxen eingefahren. Die hohe Milchleistung der Tiere im Stall sei laut des Betriebsinhabers, durch die gute Fütterung gegeben. 26 kg Trockenfuttersubstanz pro Tier und Tag ist ein überaus hoher Wert. Die  Fütterungen finden 3 mal am Tag statt. 
Für den Anbau der Futterpflanzen besitzt der Milchviehberieb rund 320 Hektar Land, die aber zum größten Teile Pachtland sind und da drückt der Schuh - so Heiko Fischer. Bei sinkenden Milchpreisen wäre sein Unternehmen mit der Finanzierung am Limit.

Zum Kritikpunkt der Ganzjahresstallhaltung geht der Milchviehhalter Fischer ein :
"Wenn die Kuh einen Weidegang vom 15. April -15.Oktober hat, sind auch nicht alle Tage schön.
Eine Wohlfühl- und Funktionstemperatur hat die Kuh bei 4° und so ist sie einem Stress bei Wärme ausgesetzt. Im Stall liegen sie immerhin im Schatten und die Tiere haben hier die beste Haltung, die man ihnen nach heutigem Stand der Technik zukommen lassen kann."
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Ridders den 10.9. 2014

Kartoffelernte 




Wie die Kartoffelsorte Agria bei Familie Stoll in Nähe von Hohenlockstedt geerntet wird, konnte ich an diesem Tag dokumentieren.
Auf der Kartoffelolympiade in Ridders, an der 5 Grundschulklassen aus dem Kreis teilnahmen, erkundigte ich mich beim Karoffel-Anbauer Heiko Stoll, ob ich nicht einmal ein paar Aufnahmen von der Kartoffelernte mit dem Roder machen könnte.  Am Nachmittag stand eine Ernte an und so war ich zur Stelle.
Die große Sorte Agria sollte an diesem Nachmittag aus der Erde geholt werden. Sie wird vor allem für die Zubereitung  von Pommes Frites verwendet. Dank ihres starkes Stärkegehalts ist sie außerdem gut für Kartoffelbrei und Eintöpfe geeignet.
Holger Stoll baut aber nicht nur diese Sorte an. Markthändler, Gaststättenbetreiber und Einzelkunden bietet er folgende Speisekartoffeln ab Hof an:
Leila (rotschalig), Agria, Linda, Princess, Allians, Annabelle und die Sorte Afra,
Gerodet wird ab Ende Mai.

Das Erntegut wird direkt auf der Maschine sortiert. Die Familie ist eifrig dabei und auch Sohn Tillmann macht keinen unglücklichen Eindruck über seine Aufgabe auf der Rodemaschine.
Vor allem werden hier die Steine aussortiert. Ab und an lässt die Sortiermaschine einige der unliebsamen Feldsteine mit durchrutschen und hier heißt es, wachsam sein. Auch Grüne- und Knollen mit kranken Stellen müssen für die erste Sortierung ausgesammelt werden.
In 14 - 17 Zentner fassende große Holzkisten werden die Kartoffeln auf dem Hof in einer Halle gelagert, bis sie vor dem Verkauf noch einmal sortiert und abgepackt werden.
Die Stolls sind in diesem Jahr zufrieden mit der Ernte.
Krähen ärgern die Kartoffel-Anbauer. Sie picken wohl eher aus Langerweile an den von ihnen ausgebuddelten Kartoffeln herum. Der Schaden hält sich aber in Grenzen.
Auch Wildschweine hatten es auf die Knollen vor kurzer Zeit abgesehen.
Ein Video von der Ernte :
 
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"Zutritt verboten! Wertvoller Tierbestand “ 

Ein Verbotsschild im Visier
Diese Botschaft vermittelt unmissverständlich, dass das Betreten von Viehställen nicht gestattest ist.
Das Anbringen eines Betreten verboten Schildes an einem Rindviehstall ist als Kriterium für das QM-Audit (Qualitätsmanagement Milch) ausgeschrieben.
Der Landeskontrollverband Schleswig-Holstein e.V. verordnet in einem QM-Milch-Kriterienkatalog u. a. das Anbringen der Schilder, ansonsten gibt es für den Milchviehbetrieb Abzüge vom QM –Audit.

  Gut, man könnte dieses Verbotsschild als typische bürokratische Handlung unserer heutigen Zeit bewerten und es allerhöchstens achselzuckend registrieren, wenn man nicht die fast zu späten Aufwendungen der heimischen Landwirtschaft vergisst, die sich  mit viel Anstrengung Vertrauen verschaffen wollen.

Eine Frage kommt zu diesen Verbotsschildern auf: „Wer würde einen Stall ohne Erlaubnis des Betriebsleiters  betreten?“ 
Der durchschnittliche Bürger würde in der Regel nicht auf die Idee kommen, ohne Einladung einen Hof geschweige denn, einen Stall zu betreten. Diejenigen, die es dennoch tun, für diese Personen nützt auch ein Schild nichts.
Mit diesem Betretungsverbot, das mittlerweile an fast jedem Milchviehbetrieb / Schweinemastbetrieb in SH mit minimalen Textänderungen angebracht ist, wird Misstrauen erweckt!
Es entsteht der Eindruck, dass Viehbetriebe sich immer noch stärker abschotten und so eine größere Distanz zur Bevölkerung entsteht.
Schilder wie dieses Betretungsverbot kenne ich aus meiner Kindheit von der ehemaligen Zonengrenze in Niedersachsen und zum Beispiel auch in Schleswig-Holstein vom Atomkraftwerk Brokdorf.
Es macht misstrauisch sie an den Hoftoren zu sehen, hinter denen sich Tiere befinden.

Natürlich ist der Bürger darüber informiert, dass die Schilder zur Seuchenprophylaxe  aufgehängt werden. 
Aus Fürsorglichkeit für den Tierbestand heißt es.
Keine Frage, eine Erkrankung bei Tieren in gewerblicher Haltung  ist mit enormen wirtschaftlichen Konsequenzen verbunden. Ein Ausbruch der Maul-und Klauenseuche, der Schweinepest, der Geflügelpest, dem Schmallenberg-Virus, der „Pseudowut“  oder die Infektion vom BHV 1 sind allesamt anzeigepflichtige Tierseuchen und verehrend in ihren Auswirkungen.

In meiner Eigenschaft als Fotografin lichte ich ab und an den Reinraum bei Fraunhofer ab. Wenn man die Räume dort betritt, müssen alle (!) spezielle Kleidung tragen, die verhindert, dass Schmutzartikel mit in die Anlage getragen werden, die sich auf die Chips niedersetzen könnten.
 Für potentielle Gäste eines Viehbetriebes wäre dies auch eine Option um zu vermeiden, dass Krankheitserreger von Schuh oder Kleidung auf das gesunde Tier übergreifen. Diese weißen wenige Cent kostenden Einweg-Overalls könnte man auch in den Viehställen nutzen, wenn man so große Sorgen vor Tierseuchen hat.
Statt des Verbotsschildes  also „Betreten nur mit Schutzkleidung“ wäre da eine spontane Idee.

Selbst aus einem landwirtschaftlichen Betrieb stammend, erinnere ich mich daran, wie viele Jugendliche sich immer auf dem elterlichen Betrieb aufhielten.
 Überall wuselten sie herum- meist Jungens, die gern auf den Trecker wollten und die die eine oder andere Arbeit auf dem Hof erledigten oder meinen Brüdern bei ihren Aufgaben halfen.
Eltern schauten mit ihren Kleinkindern am Abend vorbei, um ihnen zu zeigen, wo und wie gemolken wird, in einer Milchkanne nahmen sie abgefüllte Milch mit nach Haus.
Und wenn in der Dorfschule eine Frage zur Kuh, zum Schwein oder sonstigen Vieh aufkam und der Lehrer sich an mich mit einer Frage zur Tierhaltung auf unserem Hof wandte, kannten sich einige Mitschüler in der Regel besser mit unsrem Viehbestand aus, als ich selbst und ich kann mich daran erinnern, weil es mich enorm ärgerte.
Diese Zeiten sind längst vorbei.
 Die Landwirtschaft hat sich verändert und alten Zeiten hinterher trauern, soll hier nicht der Gedanke des Berichts werden und wer glaubt, dass die Tierhaltung in früheren Jahren artgerechter war, unterliegt einem Irrglauben.
Registrieren können wir inzwischen, dass es ein Problem zwischen Landwirt und Verbraucher gibt.

Wie Tiere gehalten werden, kann man heutzutage vielleicht gerade Mal im TV sehen.
 Die Dokumentationsfilme sind für zahlreiche Menschen befremdlich, denn die Verbindung zur Landwirtschaft fehlt bei vielen ganz und gar. 
Seit ein paar Jahren hängen einige wenige Schweinemastbetriebsinhaber eine Webcam in ihren Mastställen auf, um die Haltung Interessierten näher kommen zu lassen.
Eine gute Idee sollte man meinen, aber die Schweinehaltung wird oft böse kommentiert.
Als Leser der Kommentare erhält man den Eindruck, dass es Leute gibt, die davon ausgegangen sind, dass die ca 30 Millionen gehaltene Schweine in Deutschland hinter einem idyllischen Bauernhaus auf einer Weide leben.  
Der Fleischkonsum in Deutschland geht zurück und das Misstrauen wächst.
... neulich in Hamburg - Mönckebergstraße
Um eine verunsicherte Bevölkerung entgegenzutreten, müssten sich Viehbetriebe öffnen und ihre Tierhaltung jederzeit der Öffentlichkeit präsentieren können.
Schade eigentlich, dass es keinen Kriterienkatalog für Landwirte und deren Öffentlichkeitsarbeit gibt. 

Wilster den 12.2. 2015

Kreisbauerntag in Wilster

Zum Thema "Auch im Kreis Steinburg haben wir bald die ersten Dörfer ohne aktive Bauern. Wie soll das weitergehen?" suchte der Kreisbauernverband an diesem Vormittag mit eingeladenen Mitgliedern und regionalen Abgeordneten in einer Informationsveranstaltung nach Antworten. 
Bis auf den letzen Platz war der historische Saal in Wilster besetzt. Über 400 landwirtschaftliche Betriebsleiter (überwiegend Männer) fanden sich zur Informationsveranstaltung des Bauernverbandes ein. 
 Das Colosseum in Wilster stand mit der Deko der letzten Faschingsparty FuBaMa vom Wochenende noch ganz im Zeichen des Karnevals.
 Von einer ausgelassenen Stimmung bei diesem Kreisbauerntag konnte aber nicht die Rede sein. Bauernverband und eingeladener Gast  Dr. Robert Habeck -  Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume sind nicht immer einer Meinung und so gab es jede Menge Diskussionsbedarf.
v.r.:  DBV Präsident Werner Schwarz, Minister Dr. Robert Habeck, DBV Kreisvorsitzender  Peter Lüschow, Junglandwirt Arne Meyn aus Oldendorf, Prof. Dr. Christian Henning Prof. für Agrarpolitik sowie stellvertretender Generalsekretär vom DBV Michael Müller-Ruchholz

Ein Video mit einem Ausschnitt der Ansprache von Minister Robert Habeck:


Ausschnitt der Ansprache von Peter Lüschow:

... und das waren auch fast die einzigen lobenden Worte für Minister Habeck an diesem Vormittag.
Zu sehr war der Bauernverband über die Aktivitäten ihres Landwirtschaftsministers verletzt, der in ihren Augen den Bauernstand nicht genügend unterstützt.
Der Appel von Peter Lüchow " Wir wollen vernünftig mit einander reden" wurde in einer Diskussionsrunde weitgehend mit einer Ausnahme eingehalten.
Sehr übel nahm der Bauernverband dem Minister, dass er sich erneut an der Demo "Wir haben es satt" in unmittelbarer Nachbarschaft der Grünen Woche in Berlin beteiligt hatte.
Im Gegenzug fand Minister Habeck die letzte Demo einiger Bauern nicht gut, die vor dem Hamburger vegetarischen Restaurant „Vegan Eagle" ein Streitgespräch mit dem Chef der Grünen-Bundestagsfraktion Anton Hofreiter führten und vor dem Lokal Bratwürstchen (sicher keine vegetarischen) grillten.
Habeck missbilligte diese Aktion mit den Worten: " Wir von den Grünen würden auch keine Gegendemo veranstalten, wenn Landwirte sich treffen."
Grübel, grübel, was war das denn mit der Demo zur Grünen Woche?
Es hilft alles nichts - Hier müssen Brücken her. Eine Brücke hat Robert Habeck präsentiert.
Er warb erneut für die Förderprogamme der Bundesregierung zum Thema Tierwohl. (Auf diesem Blog wurde darüber HIER unter "Neue Konzepte in der Schweinehaltung" berichtet.)

Aus dem Mund des Ministers klingt es immer wie eine Drohung: "Hier im Saal werden in 20 Jahren nur noch die Hälfte der Betriebsleiter sitzen.  Die landwirtschaftlichen Betriebe werden sich nicht nur in SH extrem reduzieren."
 Auch Prof. Dr. Christian Henning bestätigte in einem wortgewaltigen Vortrag diese These. Nachfolger für Betriebe sterben aus. Geld wird in "Nichtlandwirtschaftlichen-Betrieben" verdient. Das Höfesterben wird sich nicht aufhalten lassen.
In Schleswig-Holstein besaß der durchschnittliche landwirtschaftliche Hof 2013  60 Hektar - im Vergleich zu Bayern - hier waren es im gleichen Zeitraum 2013  - 20 Hektar.
Die Aussage von Prof. Dr. Christian Henning: Wenn die Wirtschaft in Deutschland mit Gewinnen wächst, sinkt anderseits der Verdienst in der Landwirtschaft.

Zu guter Letzt eine Diashow der Veranstaltung


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